Hier sagen junge Leute, die nicht älter als zwanzig Jahre sind, ihre Meinung.

Trampen sei gefährlich, sagen die besonders Vorsichtigen. Und natürlich diejenigen, die Berichte nur so verschlingen, in denen von Trampern geschrieben wird, die auf der Autobahn einem Wüstling zum Opfer gefallen sind, oder aber von Autofahrern, die von kriminellen Trampern beraubt oder sogar ermordet wurden.

Von diesen Autostopp-Opfern soll hier nicht die Rede sein. Gewiß, es gibt sie, aber es gibt sie nicht so zahlreich, wie es Opfer von Verkehrsunfällen gibt, verursacht durch Leichtsinn und verantwortungslosen Alkoholgenuß. Es soll vielmehr die Rede sein von jenen – vorwiegend jüngeren – Verkehrsteilnehmern, die nicht die Dienste einer teuren Straßen- oder Eisenbahn in Anspruch nehmen wollen, sondern sich statt dessen eines Autos bedienen – und von den Autofahrern, die diese Tramper mitnehmen.

Warum trampen die einen, und warum nehmen die anderen diese Tramper mit? Die erste Frage ist sehr leicht, die zweite etwas schwieriger zu beantworten. Zwar wird sie immer kleiner, unsere Welt, aber längst nicht auch billiger.

Jedem, der das schmale Taschengeld eines Schülers oder Lehrlings kennt und der über die Fahrpreise der städtischen und staatlichen Verkehrsunternehmen informiert ist, dürfte einleuchten, daß man als solch "armer Lehrling oder Schüler" lieber Geld spart und dafür einen etwas größeren Zeitaufwand in Kauf nimmt: daß man eben trampt. Leider sehen die meisten Eltern über solche Argumente hinweg, wenn sie ihren Kindern das Trampen rigoros verbieten. Sie sehen in jedem Autofahrer, der einen Tramper mitnimmt, einen Lustmolch, der Sohn oder Tochter an der nächsten Straßenecke erst vergewaltigt und dann umbringt oder umgekehrt.

Hier ein Vorschlag für besorgte Eltern und Gegner des Trampens: Ich glaube, es gäbe bedeutend weniger Trampopfer, sowohl Fahrer als auch Mitfahrer, wenn man versuchte, das Trampen etwas "zu organisieren", ich meine eine Art Aktion "Roter Punkt" auf Bundesebene. Jeder Autofahrer, der bereit ist, junge Leute unentgeltlich mitzunehmen, bekommt solch einen "Roten Punkt" und wird in eine Art "Mitgliedsliste" eingetragen. Ebenso hält man es mit den Trampern, beide "Parteien" sollten hin und wieder kontrolliert werden, um so Raubmorde und Sexualdelikte wenigstens von Teilnehmern dieser Aktion fernzuhalten.

Und die zweite Frage, die Frage nach der Motivation für einen Autofahrer, ständig "Anhalter" mitzunehmen?