Einen Namen haben die Engländer der ersten Landverbindung zum Kontinent schon gegeben: Den geplanten Tunnel unter dem Ärmelkanal nennen sie "chunnel". Aber bis dieses Weltwunder fertig ist, müssen Insulaner und Festlandeuropäer noch mindestens sieben Jahre warten.

Bis dahin bleiben die Englandbesucher auf die insgesamt 25 Fährverbindungen angewiesen. Die meisten dieser Wasserstraßen werden auch noch ihre Bedeutung behalten, wenn schließlich der Tunnel unter dem Kanal fertiggestellt sein wird.

Von deutschen Häfen gibt es zwei Fähren nach England: Ab Hamburg und Bremerhaven verkehren jeweils jeden zweiten Tag moderne roll-on-roll-off-Schiffe direkt nach Harwich. Ab Hamburg dauert die Fahrt rund 20 Stunden, von Bremerhaven 16 Stunden.

Passagiere bezahlen ab Hamburg 86 und ab Bremerhaven 80 Mark für die Überfahrt. Gegen entsprechende Zuschläge kann man sich für die Überfahrt Kabinenplätze reservieren lassen: Zum Beispiel auf der Prins Oberon (ab Bremerhaven) für 120 Mark eine Luxusdoppelkabine mit Bad und WC. Für ein Auto in Volkswagen-Größe (bis 4,27 Meter lang) kostet die Überfahrt 85 Mark ab Hamburg und 74 Mark ab Bremerhaven.

Für Norddeutsche, die nach Schottland oder Irland wollen, empfiehlt sich der Umweg über Dänemark: Ab Esbjerg verkehrt dreimal wöchentlich die "Prinzessen" der DFDS (Det Forenede Damskipselskab) nach Newcastle. Die Überfahrt dauert 19 Stunden und kostet am Sonntag und Freitag 99 Mark, am Mittwoch nur 79,50; ab 16. September ist sie jeweils 30 Mark billiger. Die Preise für das Auto hängen von der Zahl der mitreisenden Passagiere ab: Bei einem Passagier kostet es 111 Mark, bei zweien 74, bei dreien 37 und bei vier Passagieren fährt das Auto umsonst mit.

Alle weiteren Ausgangshäfen für die Fährschiffe nach England liegen südlicher. In Holland sind es Amsterdam (nach Immingham, samstags, Fahrzeit 13 Stunden, Passage 50 Mark pro Person und Auto), Scheveningen (täglich nach Great Yarmouth, sieben Stunden Fahrzeit, Passage 55 Mark, Auto 70 Mark), Rotterdam (nach Hull und Felixstowe) und schließlich Hoek van Holland (eine Tages- und eine Nachtverbindung nach Harwich, Passage ab 48,20 Mark, Autofracht 67 Mark). Eine Direktverbindung nach Irland wird von Rotterdam angeboten: Freitags ab 24 Uhr. Rotterdam – Dublin kostet für Passagiere 280 Mark (inklusive "Mahlzeiten und Bett"), die Autofracht wird nach Gewicht berechnet: bis zu einer Tonne kostet der Wagen soviel wie ein Passagier.

Die belgischen Häfen sind: Antwerpen (nach Felixstowe), Zeebrügge (nach Dover, vier Abfahrten, Fahrzeit vier Stunden, Passage 26,80 Mark, Autofracht 67 Mark). Der wichtigste Hafen ist Ostende, von wo täglich bis zu acht Verbindungen nach Dover angeboten werden. Passagiere bezahlen für die vierstündige Überfahrt 26,80 Mark und für das mitgeführte Auto 67 Mark.