Universitätsprofessoren kennen keine 42-Stunden-Woche. Eine Untersuchung an der Universität Tübingen hat gezeigt, daß Professoren Schwerarbeiter sind: Sie widmen durchschnittlich 62,5 Stunden in der Woche ihrem Beruf. Auch Assistenten müssen 52,9 Stunden für ihre Arbeit aufbringen – bei beträchtlich geringerem Verdienst.

In Niedersachsen können Studienreferendare mehr verdienen als in den anderen Bundesländern. Wenn sie während ihrer Ausbildungszeit zwölf Stunden Unterricht in der Woche erteilen, erhalten sie 95 Prozent der Bezüge von Studienassessoren. Das bedeutet eine Aufbesserung des bisherigen Gehalts von 1200 Mark um 500 Mark. Vorbild für diese Maßnahme ist Bayern. Hier erreichen die Referendare über freiwilligen Unterricht 85 Prozent der Gehälter ihrer Assessoren-Kollegen,

Die Schiffahrt klagt über einen Mangel an seeärztlich ausgebildeten Medizinern. Der Schiffsarzt von heute fährt allerdings kaum mehr zur See. Auf Handelsschiffen sind Mediziner sehr selten, nur auf größeren Passagierschiffen sind sie noch regelmäßig anzutreffen. Die Behandlung der Patienten auf See wird meist über Funk erledigt. Der Arzt hat seinen ständigen Arbeitsplatz vor allem in Forschungsinstituten.

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Nur noch knapp 250 000 Bergleute arbeiteten 1970 in den deutschen Steinkohlerevieren. Vor zehn Jahren waren es noch doppelt so viele. Die Löhne der Kumpel haben sich dagegen im gleichen Zeitraum verdoppelt. Ein Bergmann verdiente 1970 pro Schicht durchschnittlich 46,83 Mark (1960: 22,79 Mark). Das wurde nicht zuletzt durch eine wesentliche Verbesserung der Schichtleistung möglich. Sie stieg in den letzten zehn Jahren von 1,9 auf rund 3.4 Tonnen je Bergmann.

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Um schulentlassene Jugendliche, die den Anforderungen des Berufslebens noch nicht gewachsen sind, kümmert sich die Bundesanstalt für Arbeit. Besonders die Absolventen von Sonderschulen für Lernbehinderte können an Lehrgängen teilnehmen, die auf eine spätere Berufsausbildung vorbereiten. Von Oktober 1970 bis September 1971 werden etwa 3600 Jugendliche auf solchen Lehrgängen erwartet. Die Bundesanstalt fördert das soziale Programm durch Zuschüsse.