Die Frage, wie sich die CDU/CSU gegenüber der „Deutschen Union“ und ihrem Vorsitzenden Zoglmann verhalten soll, hat zwischen den Schwesterparteien zu Spannungen geführt. Sie sind um so größer, als Zoglmann offenkundig von Strauß zur Gründung der DU ermutigt worden ist. Da die DU zumal der CDU auf dem rechten Wählerflügel Stimmen abwerben könnte, sieht man bei der CDU in Straußens Unterstützung den Versuch, die Schwesterpartei weiter nach rechts zu drängen und damit mehr auf CSU-Kurs zu bringen.

Die von der CSU propagierte und auch von einigen CDU-Landespolitikern erwogene Möglichkeit, Stimmenverluste in Gewinne zu verwandeln, indem man der DU durch Überlassung von drei Direktmandaten bei der nächsten Bundestagswahl über die Fünfprozenthürde hinweghilft, um dann mit ihr eine Mehrheitskoalition bilden zu können, wird von den führenden CDU-Politikern strikt abgelehnt. Außer Zweifeln, ob sich drei Direktplätze für DU-Kandidaten finden ließen und der Sorge, wie diese Manipulation von den Wählern aufgenommen würde, gibt die Überlegung den Ausschlag, daß ein solches Manöver der SPD den Vorwand liefern könnte,ihren Koalitionspartner FDP auf die gleiche Weise vor der Fünfprozentguillotine zu bewahren.

Die meisten CDU-Abgeordneten plädieren deshalb für eine klare Trennungslinie gegenüber der DU und Zoglmann, während die CSU ihn weiter in der Fraktion hospitieren lassen will. Die Kontroverse wird die Abgeordneten jedoch erst nach der parlamentarischen Sommerpause wieder beschäftigen.