Der weiße Mittelklassewagen rollte in Stadtgeschwindigkeit direkt auf die Betonmauer zu. Dann krachte es.

Die Frontscheibe flog durch die Luft, Scheinwerferglas splitterte, zwei Türen sprangen auf, die Vorderfront formte sich zu einem plattgedrückten, bizarren Relief. Es gab keine Toten, keine Verletzten, es gab nur Totalschaden: rund 8000 Mark.

Ein halbes Dutzend Kameramänner, ein Dutzend Photographen waren am Unfallort. Fahrt, Aufprall, Schrottwagen, alles hatten sie auf dem Film, denn die deutsche Simca hatte frühzeitig zum Unfall eingeladen: Crash-Test auf dem Chrysler-Versuchsgelände in Mortefontaine bei Paris. Bedingungen:

„... während eines frontalen Aufpralls des leeren Wagens gegen eine feststehende Wand bei einer Geschwindigkeit von 30 mph (48,3 Stundenkilometer) darf sich der obere Teil der Lenksäule und Lenkwelle nicht mehr als 5 inches (12,7 cm) horizontal und in der Parallelrichtung zur Lenkachse des Wagens rückwärts bewegen, gemessen von einem feststehenden Punkt des Wagens, der durch den Aufprall nicht beeinflußt wird. Diese Bewegung muß durch dynamische Messungen bestätigt werden ...“

In Frankreich gehört diese Messung zu den vorgeschriebenen Tests für die Zulassung eines neuen Modells. Sie stimmen mit den amerikanischen Sicherheitsgesetzen überein, die den gleichen Test verlangen.

23 verschiedene Simca- und Chrysler-Modelle sind bisher in Mortefontaine gegen die Betonmauer gejagt worden. Filmkameras im Wagen, am Wagen, unter dem Wagen (in einer Grube vor der Mauer) und entlang der Fahrtstrecke hielten jede Phase der Koalition im Zeitlupentempo fest. Für die Sicherheit der Autofahrer.

Die Frage, ob nun Simca- und Chrysler-Wagen sicherer sind als andere Fahrzeuge, ist für den Zuschauer schwer zu beantworten. Man müßte schon sehen, wie andere Wagen nach dem Aufprall unter denselben Bedingungen aussehen. S.