Die Rolle des sechsten Mannes übernahm die Deutsche Bank AG, um in einem neuen europäischen Bankenclub deutsches Kapital zu repräsentieren. Schlicht als „Europäischer Beratungsausschuß“ firmiert die jüngste Kooperationsgemeinschaft von sechs Großbanken. Dahinter steht eine addierte Bilanzsumme von über 135 Millarden Mark, über 7200 Zweigstellen sowie Beteiligungen und, Filialen in mehr als 50 Ländern.

Schon aus dem Jahre 1963 datiert die erste Zusammenarbeit von vier Mitgliedern des neuen Clubs: Neben der Deutschen. Bank hatten sich, die Amsterdam-Rotterdam Bank, die britische Midland Bank und die belgische Société Generale de Banque vor allem zur Abwicklung internationaler Finanzierungen zusammengefunden.

Dieses Kleeblatt wurde nun um die französische StaatsbankSociété Generale und den österreichischen Creditanstalt-Bankverein erweitert. Doch die Ziele des Sechser-Kollegiums gehen, weiter als vor acht Jahren: Heute soll vor allem den amerikanischen Finanzriesen auf den Weltmärkten entgegengetreten werden.

Die Tendenz zur Banken-Kooperation hatte im Oktober 1970 zu einer ersten spektakulären Liaison geführt: Der Credit Lyonnais, Frankreichs zweitgrößte Staatsbank, und die Commerzbank beschlossen, gemeinsame Sache zu machen. Drei Monate später hängte sich der Bauco di Roma an das Tandem an.

Im Februar dieses Jahres suchten sich zwei weitere deutsche Banken europäische Partner. Dresdner Bank und Bayerische Hypotheken- und Wechselbank schlossen sich mit der Banque Nationale de Paris, der Banque de Bruxelles und der Algemeene Bank Nederland zusammen.

Kenner vermuten, daßdas Rooperations-Karussell noch nicht zum Stillstand gekommen sein dürfte. me