Aktienkäufe der Ausländer brachten nur vorübergehend Schwung in die Börsensäle. Der Berufshandel stellte seine vorsichtig aufgebauten Positionen rasch wieder glatt, weil sich seine Hoffnungen auf weitere Aufträge aus der Schweiz nicht erfüllten. Die geringen Kursgewinne gingen daraufhin wieder verloren, zumal die privaten Anleger kaum Anlageinteresse zeigten.

Als Belastung wird die Misere am Rentenmarkt empfunden. Der Emissionsstopp für den Monat Juni hat den Anstieg der Rentenrendite auf mehr als 8,5 Prozent nicht verhindern können. Die Rückkehr zum Achtprozenter wird nun kaum noch bezweifelt. Die 7 1/2prozentige Emission von Bund, Bahn und Post, die zu 99 Prozent gezeichnet wurde, steht inzwischen bei 97 Prozent. Eine längere Durststrecke steht dem Rentenmarkt bevor, weil sich die Anleger nach dieser Erfahrung stärker zurückhalten werden.

Daneben wird die Unternehmungslust an der Aktienbörse aber auch vom weltweiten Zinsauftrieb, von der konsequent restriktiven Kreditpolitik der Bundesbank und von den gelegentlich etwas zu schwarz gemalten Unternehmensberichten beeinträchtigt.

Trotz dieser Belastungsfaktoren rechnet niemand mit größeren Kursrückschlägen. Viele Anleger hoffen, bei rückläufigen Kursen billig Material zu bekommen. Hoffnungen knüpfen sich ferner an die Ausländer, die ihre abwartende Haltung wieder aufgeben könnten. t.