Hervorragend:

"Das Bataillon der Verlorenen", von Francesco Rosi. Der erste Kriegsfilm, der den Gegner nicht jenseits der Front, sondern in den eigenen Reihen findet – in der Hierarchie der Militärs. Rosi ("Wer erschoß Salvatore G.?") sieht den Ersten Weltkrieg unter klassenkämpferischem Aspekt und ruft zur Gewalt gegen die Gewalt auf: Zur Beseitigung der herrschenden Offiziers-Clique. Kein theoretisierender Diskussionsfilm, sondern ein wohldurchdachter, hervorragend inszenierter und photographierter Aktionsfilm über den Schützengrabenkrieg zwischen Italienern und Österreichern. HPK

"Wo bitte geht’s zur Front", von Jerry Lewis. "Lenz", von George Moorse. "Deep End", von Jerzy Skolimowski. "Der Wolfsjunge", von François Truffaut. "Der Tod in Venedig", von Luchino Visconti.

Im Fernsehen: "The Kitchen" (USA 1965), von Andy Warhol (Hessen III am 1. Juli), stammt aus einer Zeit, als die "Factory" noch nicht vom Schaugeschäft und von Warhols Müdigkeit überholt worden war. Die Kamera steht in einer Halbtotalen enervierend festgenagelt, und enervierend wird vor ihr herumgerannt, gewirtschaftet, gegessen, geniest und geredet. Man muß diese Studie über die Zeit durchhalten, um die groteske Sinnlosigkeit unseres so heftig auf Effizienz bedachten Daseins zu erfahren. PWJ

"Fury" (USA 1936), von Fritz Lang (Bayern III am 27. Juni).

Sehenswert:

"Taking off", von Milos Forman. Der Tschechoslowake Milos Forman, von dessen Filmen hierzulande besonders "Liebe der Blondine" bekannt wurde, ist nach den Augustereignissen 1968 in die USA emigriert. Seinen Stil hat er mitgenommen; das zeigt "Taking off", sein erster amerikanischer Film, deutlich. Forman ist Satiriker in einem Maße, das bisweilen an Menschen verachtung grenzt. Würde er sich nicht immer brennender gesellschaftlicher Probleme – hier der Generationslücke in Amerika – annehmen, gäbe es nichts dagegen einzuwenden, daß er seine Figuren kalt und teilnahmslos in die Zwangsjacke perfekt konstruierter Slapstickdramaturgie steckt. Dabei gelingen ihm freilich Szenen von minuziöser Komik. WL