In der Nummer 23 vom 4. Juni 1971 brachte die ZEIT einen Artikel "Die Piloten werden langsam zornig". In diesem Artikel zitierte der Autor vier Beispiele böswilligen Verhaltens der Fkglotsen. Dazu sandte uns der Verband Deutscher Flugleiter, Untergruppe Düsseldorf, eine Gegendarstellung. Wir sind nach Paragraph 11, Absatz 1 des Hamburger Pressegesetzes verpflichtet, sie abzudrucken.

"1. Die Besatzung der Boeing 747 des im Beispiel 3 angeführten Fluges forderte um 21.03 Uhr die Freigabe zum Anlassen der Motoren an. Auf Grund der Verkehrslage – es befanden sich acht Flugzeuge vor der Boeing 747 – konnte diese Freigabe nicht gegeben werden. Als sich gegen 21.45 Uhr abzeichnete, daß ein Start bis 22 Uhr unwahrscheinlich sei, wurde die Besatzung darüber informiert und die Fluggesellschaft zur Einholung einer Nachtstartgenehmigung für den Leerflug der Boeing 747 aufgefordert. Diese Genehmigung wurde um 22.02 Uhr von der zuständigen Landesbehörde verweigert.

Die Besatzung hatte also nicht 90 Minuten auf die Anlaßfreigabe gewartet, auf "Startposition" war die Boeing 747 niemals gerückt. Zur fraglichen Zeit wurden in Düsseldorf 20 Flugzeugbewegungen abgewickelt, also alle drei Minuten ein Start oder eine Landung.

2. Am Pfingstsonntag starteten acht Flugzeuge nach Berlin. Nach Auskunft der Fluggesellschaften hatte keines dieser Flugzeuge – entgegen der Behauptung in Beispiel 4 – kranke Kinder und Ärzte an Bord. Keine Besatzung hatte um einen bevorzugten Start gebeten, Absprachen zwischen wartenden Besatzungen zugunsten eines Berliner Fluges hat es nicht gegeben."