Schon Ende 1969, als sie noch in der Opposition saßen, wußten die britischen Konservativen, wie sie das Sorgenkind des Inselschiffbaus, die Upper Clyde Shipbuilders. Ltd. (UCS), zu behandeln hätten. Den Plan hatte Nicholas Ridley entworfen, Tory-Rechtsaußen, damals Oppositionssprecher und nun Juniorminister für Handel und Industrie. Sein heutiger Chef, John Davies, mußte ihn nur in die Tat umsetzen.

Ridley hatte vorgesehen, dem schottischen Werftkonzern – einer chronisch "lahmen Ente" –

  • keine Staatsmillionen mehr zu verfüttern,
  • die Yarrow-Abteilung auf ihre eigenen Füße zu stellen, weil sie als Hauptlieferant der königlichen Navy nicht untergehen dürfe,
  • darauf den Rest von UCS in den Bankrott treiben zu lassen und schließlich
  • den Werften’ am unteren Clyde, vor allem Scott-Lithgow, jene Anlagen von UCS zu verkaufen, an denen diese interessiert wären.

Dem UCS-Ende mit Schrecken nach Ridleys Plan stand somit nichts mehr im Wege, und bis in fünf Wochen will nun der Konkursverwalter Robert Smith alle Glasgower Scherben soweit geordnet haben, daß Scott-Lithgow ihre Offerten unterbreiten kann. Nur 1500 – und nicht wie überall beklagt über 20 000 – Arbeitskräfte sollen dabei ihren Job einbüßen.

Dieses Ende mit Schrecken hat die Londoner Regierung zweifellos, einem Schrecken ohne Ende vorgezogen. Alles Geld, das der Steuerzahler in die Werft steckte, schien immer sofort im Clyde zu versinken – im "roten Clyde", wie das Zentrum des Inselkommunismus oft genannt wird. Über 200 Millionen Mark flossen in drei Jahren – mit ebenso vielen effektiven Bankrotten – davon: ungenutzt vom unfähigen Management.

Noch im Januar hatten die Bosse zum x-ten Mal das Ende der profitlosen Zeit verkündet. Und dann bettelten sie am letzten Freitag um weitere Regierungsmillionen – ihr Computer habe eben so lange gebraucht, um die wahre Lage auszurechnen (während der Konkursverwalter dann in wenigen Stunden eine Schuldenlast von 32,2 Millionen Pfund ermitteln konnte).

Beim Rennen in den Konkurs halfen die Gewerkschaften wacker mit: Im britischen Schiffbau wurden im letzten Jahr viermal mehr Arbeitstage verstreikt als in der übrigen Inselindustrie. Selbst auf dem Höhepunkt der UCS-Krise konnten Mechaniker und Kesselschmiede noch wochenlang miteinander streiten und streiken, wer nun die Metallfenster an einem Schiff anschlagen dürfe, das längst hätte ausgeliefert sein sollen.