Von Roland Gerber

Es gibt genügend Berufslaufbahnen in Wirtschaft und Verwaltung außerhalb der wissenschaftlichen Hochschulen, die das Abitur als wünschenswerte Qualifikation voraussetzen." Diese Zusicherung macht der Deutsche Bildungsrat – nur belegen kann er sie nicht. Wer glaubt, den Abiturienten bliebe nur die Qual der Wahl, den wird die Realität bitter enttäuschen. Rund 8000 Abiturienten (das sind zehn Prozent eines Abiturientenjahrgangs) verzichten jedes Jahr auf ein Studium an den hoffnungslos überfüllten bundesdeutschen Hochschulen. Davon beginnen jährlich nur rund 3000 eine Ausbildung in der freien Wirtschaft. Denn die ausbildungswilligen jungen Leute stehen zwei Problemen gegenüber:

  • Einmal gibt es nur relativ wenige Berufe, die das Abitur an den Anfang der Karriere stellen;
  • zum andern ist die Zahl der angebotenen Ausbildungsplätze zu gering.

Die meisten Berufe für Abiturienten findet man in der kaufmännischen Branche. Daran hat sich seit langem nichts geändert. Neu allerdings sind einige interessante Möglichkeiten der Ausbildung, die vor einigen Jahren noch unbekannt Waren.

So etwa der Datenverarbeitungs-Kaufmann. Als Voraussetzung für diesen Beruf gelten mathematisches Verständnis, Fähigkeit zur Abstraktion, Kombinationsgabe und organisatorisches Geschick. Im allgemeinen dauert die Ausbildung zweieinhalb Jahre. Sie wird hauptsächlich von Großbetrieben mit firmeninternem Ausbildungsprogramm geboten.

Die beruflichen Chancen sind gut; allerdings ist mit Konkurrenz von Akademikern zu rechnen, das heißt Hoch- und Fachschulabsolventen, die eine entsprechende Spezialausbildung hinter sich gebracht haben. Sie stehen dem Aufstieg des Abiturienten in der Firmenhierarchie unter Umständen im Wege.

Nicht mehr ganz so jung ist der Beruf des Werbekaufmanns. Die Ausbildung dauert, wie bei anderen kaufmännischen Berufen, zwischen zwei und drei Jahren. Fortbildungsmöglichkeiten bestehen an Akademien oder Fachschulen. Hier sind die Aufstiegschancen für begabte junge Leute immer gut; denn die Werbebranche kennt keine undurchlässigen Hierarchie-Strukturen.