Neu in Museen und Galerien:

Duisburg Bis zum 22. August, Wilhelm-Lehmbruck-Museum: "Paul Klee und seine Malerfreunde"

Die Besucher mögen sich ein wenig glückhaft verzaubern lassen in eine uns nahe und doch ferne Welt, wünscht ihnen Felix Klee, der fast seine komplette Sammlung nach Duisburg ausgeliehen hat. Man könnte der Ausstellung auch den gegenteiligen Effekt wünschen, Entzauberung wäre geboten, Versachlichung, nicht aus Animosität gegen Klee, sondern weil die Rezeption des Werks sich lange genug und primär in der irrationalen Sphäre der Verzauberung abgespielt hat. Statt immer wieder Klees Grabspruch zu zitieren ("Diesseitig bin ich gar nicht faßbar..."), sollte man sich Gedanken über seine Faßbarkeit machen. Die Ausstellung bietet dazu einen brauchbaren und soliden Ansatz. Das Werk wird nicht isoliert vorgeführt, sondern in das zeitgenössische Panorama hineingenommen, Beziehungen zu anderen Künstlern, zu den Freunden werden nachgewiesen. In der Ausstellung sieht man außer rund 320 Arbeiten von Klee auch 60 Arbeiten der Freunde. Sie bestätigen, was man in den Tagebüchern nachlesen kann, daß Klee sich leidenschaftlich für das interessiert hat, was sich um ihn herum ereignete. Er hat mit Kandinsky und Marc, mit Jawlensky, Feininger, Schlemmer Bilder ausgetauscht, und das war nicht nur eine höfliche Geste, man kann den Bildertausch als ein Zeichen von Kommunikationsbereitschaft verstehen. Auch Klee war nicht unempfindlich gegenüber der Malerei seiner Freunde, man kann in manchen Aquarellen Kandinsky, aber auch Schlemmer entdecken, der "Fensterausblick II, Nordseeinsel" von 1923 ist eine wundervolle Huldigung an Nolde, "die uralte Seele", die Beziehung zwischen Klee und Nolde war kompliziert, sie basierte auf Sympathie und Polarität. Kandinsky versicherte, als Klee vom Bauhaus fortging, ihre geistige Nachbarschaft bleibe bestehen. Die Ausstellung bringt bemerkenswerte Beispiele solcher Nachbarschaften, für eine systematische Untersuchung der Beziehungen zwischen Klee und seinen Malerfreunden ist das Vergleichsmaterial in der Sammlung Felix Klee allerdings nicht ausreichend.

Hamburg Bis zum 10. Juli, Galerie Hauptmann: "Harald Dume"

Harald Duwes Bilder wurden in den 50er Jahren fast regelmäßig ausjuriert, ihr brutaler Realismus widersprach dem indoktrinierten Informel. Duwe ist auf seiner Linie geblieben, hat seine Malerei mit sozialkritischen Inhalten aufgeladen und durch technische Prägnanz gehärtet. Aggressivität tarnt sich hinter der Objektivität des unbeteiligten Beobachters, der Maler übernimmt die Funktion des "Selbstauslösers". Er liefert das Familienfoto der Wohnwageninsassen, die sich am Strand erholen, oder eine Momentaufnahme aus dem Arbeitsalltag: vier Herren auf der Konferenz. Es ist nichts gegen Konferenzen und Wochenendausflüge und das programmierte Ferienglück einzuwenden, Arbeiter am Fließband muß sein, Soldaten auch. Der Selbstauslöser bringt durch eine leicht verzerrende Optik die schauerliche Tristesse normierter Situationen und gesellschaftlicher Zwänge an den Tag, die Frage nach Veränderbarkeit wird an den Betrachter weitergegeben. Gottfried Sello

Die wichtigsten deutschen Ausstellungen

Berlin Bis zum 19. Juli, Nationalgalerie: "Mark Rothko"