Die am 14. Juni beschlossene Aufstockung des Grundkapitals um 40 auf 320 Millionen Mark bescherte der Bank für Gemeinwirtschaft AG, Frankfurt, mit der "Neuen Heimat", Hamburg, einen neuen Großaktionär. Deutschlands größte Wohnungsbaugesellschaft hält jetzt 18 Prozent des BfG-Kapitals; 77 Prozent liegen beim Deutschen Gewerkschaftsbund und bei den Einzelgewerkschaften, die restlichen 5 Prozent bei den Konsumgenossenschaften.

Die Neue Heimat ist voll im Besitz der Gewerkschaften; insofern hat sich beim BfG-Aktionärskreis im Grunde nichts verändert: Man blieb innerhalb der Familie. Walter Hesselbach, der erste Mann der BfG, sieht darin freilich mehr. Für ihn stellt die Neue Heimat "das noch fehlende Glied in der Kette der Verflechtung der großen gemeinwirtschaftlichen Unternehmen" dar.

Die Konzernbilanz der BfG – sie ist mit 17,1 Milliarden um 45 Prozent größer als die BfG-Bilanz (11,8) – ist bereits stark "gemeinwirtschaftlich aufgeladen". Allein vier Milliarden stammen aus der Volksfürsorge Versicherungsgruppe.

Die Aktionäre erhalten für 1970 wieder 6 Prozent Dividende und zusätzlich 4 Prozent Bonus. Diese Ausschüttung werden die Aktionäre auch für 1971 erwarten können: Das Bankenjahr 1971 wird sich, so Walter Hesselbach, "in der Ertragsentwicklung vom Bankenjahr 1970 positiv unterscheiden". Zusätzlich will die BfG ihre Ertragslage dadurch aufbessern, daß bisher nicht genutzte Möglichkeiten bei den Gebühren "aktiviert" werden. hh