Der Staatsicherheitsdienst bekommt einen Hinweis, daß sich ein westlicher Beobachter beim Parteitag eingeschlichen hat. Ein junger Genosse soll sich bewähren und ihn herausfinden. Er setzt sich mit einem Fernglas auf die Tribüne, mustert jeden Anwesenden und hat den unerwünschten Besucher bald entdeckt. Seine Vorgesetzten fragen, wie er das denn so schnell geschafft habe. Der Genosse: "Ganz einfach. Schon Lenin hat gesagt, der Klassenfeind schläft nie".

Und wer erfindet solche Witze? Der Statssicherheitsdienst suchte lange Zeit, kämmte die ganze DDR durch. Im tiefsten Erzgebirge, in einer kleinen Holzhütte, fand er schließlich ein altes Männchen, das zugibt, sich politische Witze auszudenken. "Aber", entschuldigt es sich, "das habe ich immer so gemacht, schon zu Kaisers Zeiten und natürlich auch bei Adolf". "Ja", sagen die Fahnder, "damals wäre das ja auch berechtigt gewesen. Aber heute, da haben die Arbeiter und Bauern die Macht. Wir bauen den Sozialismus auf, und der Mensch steht im Mittelpunkt unserer Politik". Ungeduldig unterbricht der alte Mann: "Der ist aber nicht von mir".