Der Krieg ist die Fortsetzung der Politik, die Ehe ist die Fortsetzung der Liebe.

Gabriel Laub

Im Vierteldutzend teurer

Dieter Asmus, Peter Nagel, Nikolaus Störtenbecker und Dietmar Ullrich, vier junge Maler, die sich nicht nur einzeln, sondern auch insgesamt als "Gruppe Zebra" einen Namen gemacht haben, haben das mit jeweils 5000 Mark dotierte Stipendium 1971 des Kulturkreises im Bundesverband der Deutschen Industrie erhalten.

Vermögens-Bildung

Seit einiger Zeit werden, wie in England beobachtet wurde, immer wieder Serien von Medaillen angeboten, die mindestens zwei Seelen in der Brust in Bewegung setzen sollen: die eine zuständig für Vermögen, die andere für Bildung. Dargestellt nämlich ist nicht irgend etwas, sondern sind: Szenen von Shakespeare-Stücken, Werke von Michelangelo und jetzt, noch ganz frisch, "Schätze aus dem Louvre"; auf nicht weniger als fünfzig Münzen sind Motive aus der Malerei wie der Bildhauerei erkennbar. Den Wert bestimmt nicht der Ruf des Künstlers, sondern der Wert des Materials: Gold ist teurer als Silber, natürlich. Ein Numismatiker, dazu gefragt, antwortete: "Einige dieser Serien sind in Platin ausgeführt, so daß man, wenn man zufällig eine Viertelmillion Dollar zur Hand hat, sie kaufen und dann in einem bombensicheren Schuppen in Texas unterbringen kann, das wär’s." Das wär’s.

Wolf gang Koeppen

Man weiß, daß er mit verbissener Verzweiflung seit Jahren an einem neuen Roman arbeitet: Wolfgang Koeppen, der am 23. Juni fünfundsechzig Jahre alt wurde, hat es sich nie leicht gemacht. Der in Greifswald geborene, jetzt in München lebende Romancier, der während der Nazi-Jahre nichts publizierte ("Ich stellte mich unter, ich machte mich klein, ich ging Eulenspiegels Wege") hat 1961 sein bisher letztes Buch veröffentlicht: "Reisen nach Frankreich", Schlußglied einer Kette von Reisebeschreibungen, die ihn als einen ebenso präzisen wie empfindsamen Feuilletonisten durchschauter Ferne zeigen. Koeppens Nachkriegsromane waren die ersten großen epischen Auseinandersetzungen mit der bundesrepublikanischen Gegenwart, vor allem sein 1953 erschienenes, in Bonn spielendes "Treibhaus" wurde zum Lesebuch einer Generation.