"Ab nach Sedan", sagt der Chef der Tischlerei, bevor man sich zur Ausschreibungs-Entscheidung ins Schöneberger Rathaus begibt. Da sind Sätze und Sequenzen hängengeblieben, die den Fernseh-Sonntagabend überdauern. Warum? Deshalb, weil hier deutlich wurde, auf welch dünnem Eis wir uns im Alltag bewegen.

Und weil Autor und Regisseur, indem sie Laien nicht schauspielern, sondern Alltag dokumentieren ließen, sich selbst auf dünnes Eis wagten und nicht einbrachen, hielt der Film, was schon das Signalement der ersten Bilder versprochen hatte: Alles stimmte. Das vielschichtige Stück hatte keinen Sprung im Guß. Den Punkt setzte das Statement: Georg Linke, 62 Jahre, einer der Deutschen, die viel zu viel hinter sich haben, um vor Pistolenmündungen den Helden zu spielen, berichtet, was ihm geschah. Jetzt kennt man ihn. Und wir, die Schulze, Meyer, Müller, Lehmann, kennen uns ein bißchen besser.

Alexander Rost