Die drei sowjetischen Kosmonauten Georgi Dobrowolskij, Wladislaw Wolkow und Viktor Pasajew sind tot. Nach 24tägiger Arbeit in der Orbitalstation „Salut“ sollten sie mit ihrer großen Kapsel in der Nacht zum Mittwoch wieder zur Erde zurückkehren – programmgemäß. Das Raumschiff ist einwandfrei weich gelandet. Aber es war zum Totenschiff geworden.

Woran sind die Männer gestorben? Hat, wie amerikanische Fachleute vermuten, der Hitzeschild versagt? Sind also die Kosmonauten einem fatalen Wärmestau zum Opfer gefallen? Oder hat sich bewahrheitet, was sowjetische Raumfahrtmediziner befürchten, daß Menschen nach mehrwöchiger Schwerelosigkeit die Rückkehr zur Erdschwere nicht mehr ertragen können?

Nach diesem tödlichen Raumfahrtunfall muß man wieder fragen, ob die Wissenschaft, der die bemannte Raumfahrt vor allem dient, tödliche Risiken eingehen darf. Sollten solche Experimente nicht solange aufgehalten werden, bis die angestrebte sowjetisch-amerikanische Zusammenarbeit Wirklichkeit geworden ist? Dann würde nämlich nicht nur der Erfahrungsaustausch, sondern auch der Fortfall des Konkurrenzdrucks die Sicherheit für Weltraumfahrer bedeutend erhöhen.

Th. v. R.