Ende des vergangenen Jahres kündigte Hans-Heinrich Thyssen-Bornemisza, der mit seinen zwei Schwestern Eigentümer der in Amsterdam residierenden Thyssen-Bornemisza Group N. V. ist, die Einführung der Aktien an der Börse an. Damals erwartete er für das Geschäftsjahr 1970 einen Gewinn von rund 20 Millionen holländischen Gulden. Das hätte einer Verzinsung des Eigenkapitals von rund 360 Millionen Gulden mit etwas mehr als 5,5 Prozent entsprochen.

Die Kostensteigerungen im Schiffbau, der noch mit Festpreisaufträgen belastet ist, haben diese Erwartungen zerstört. Der Gewinn für 1970 beträgt nur 14,8 Millionen Gulden. Für 1971 sind die Aussichten nicht viel rosiger.

So ist das Ziel der Börseneinführung vorerst in weite Ferne gerückt. Hans-Heinrich Thyssen-Bornemisza, Aufsichtsratsmitglied und zugleich Vorstandsvorsitzender der Gruppe (Umsatz 1970 991 Millionen Gulden – davon rund 420 Millionen im vornehmlich in Deutschland gelegenen Schiffbau und 285 Millionen in der Sparte deutsche Industrie): „Bevor wir neue Aktionäre für unser Unternehmen interessieren können, muß eine angemessene Verzinsung des Kapitals und eine ausreichende Liquidität des Unternehmens sichergestellt sein.“ mh