Ferien im eigenen „Monatshaus“

Von Ingeborg Zaunitzer-Haase

Rund eine halbe Stunde Autofahrt von Ingolstadt entfernt, leicht erreichbar über die Autobahn Nürnberg–München und die „Deutsche Ferienstraße“ Nürnberg–Passau entsteht im Altmühl- und Schambachtal eine Erholungsoase.

Hier, mitten in Landschaftsschutzgebieten, hat der frühere Baufinanzierungs- und Versicherungsagent Alfred Kübrich vor einigen Jahren preiswerte Grundstücke erworben. Diese Grundstücke waren weder erschlossen, noch waren sie in irgendeinem Bebauungsplan ausgewiesen. Zudem bestand wenig Aussicht darauf, daß in absehbarer Zeit Baugenehmigungen erteilt würden.

Alfred Kübrich focht das nicht an. Er entwickelte landschaftsgerechte Bebauungsvorschläge, bei denen die alten Bäume stehen blieben; außerhalb des Tals sollte die geplante Siedlung kaum zu sehen sein, die Architektur war den Hängen und Höhen angepaßt. Schließlich bot der Baulustige aus Ingolstadt den nicht gerade finanzkräftigen Gemeinden an, die Erschließungskosten zu einem großen Teil selbst zu übernehmen. So gewann er mit der Zeit sogar zögernde Landräte und fanatische Landschaftsschützer für sein Projekt.

Der Ingolstädter setzte sich durch, und nach sechs Jahren war bei der „Bau- und Baubetreuungsgesellschaft Kübrich KG“ der Umsatz von 100 000 (1964) auf rund fünf Millionen Mark angestiegen. Die Gesellschaft baute in dieser Zeit etwa 550 Ein- und Zweifamilienhäuser und betreute oder finanzierte rund 1000 weitere Bauobjekte.

So entstand hoch über Hexenagger im Schambachtal unter Kübrichs Regie eine Waldsiedlung, deren erster Bauabschnitt (32 Häuser) schnell verkauft war, obgleich die Preise für die 14 verschiedenen Haustypen (von 74 000 bis 220 000 Mark) noch nicht einmal die Grundstücke enthielten. Diese Grundstücke, zwischen 530 und 1850 Quadratmeter groß, kosten heute 32 Mark pro Quadratmeter. In diesem Preis sind Straßenbeleuchtung und sonstige Anliegerkosten enthalten; weitere Nachfolgekosten sollen nicht entstehen.