Auch in Ottawa, Paris, London und Bonn hat die Veröffentlichung der Geheimdokumente in der New York Times Verwirrung gestiftet. Dort regt man sich weniger auf über das, was bisher verborgen blieb, als über das, was noch zum Vorschein kommen könnte. Das war auch der Grund, warum sich unser Botschafter in Amerika, Rolf Pauls, neulich mit einem Mann vom State Department namens Leak in einer Cafeteria traf. Der sagte zur Begrüßung:

Leak: Toll! Hätte Sie kaum erkannt. Wo kriegt man solche Perücken?

Pauls: Bei Woolworth. Auch Ihr Knebelbart steht Ihnen gut.

Leak: Der ist echt. Meine Frau mag ihn nicht. Warum diese Heimlichtuerei? Damit Ihre Opposition nichts erfährt?

Pauls: Im Gegenteil. Das ist ja Ihre Idee. Aber dann fiel meiner Regierung ein, daß es einen Brandt-Brief vom 22. Januar an Nixon geben muß ...

Leak (blickt auf seine Liste): Ach, der mit der Bitte wegen Berlin...

Pauls (blickt sich nervös um): Pst! Da schreibt einer mit am Nebentisch ...