Mittel- und Großunternehmen geben jährlich zwischen 200 und 400 Mark pro Kopf der Belegschaft für betriebliche Bildungsarbeit aus. Diese Zahlen wurden von der Deutschen Gesellschaft für Personalführung e. V., einem exklusiven Personalmanager-Klub mit Residenz in Düsseldorf, ermittelt. Es scheint sich also mittlerweile bis zum letzten Manager herumgesprochen zu haben, daß ein Unternehmen davon profitiert, wenn es die Qualifikation seiner Mitarbeiter durch systematische Bildungsmaßnahmen steigert,

Ein Schluß allerdings wäre falsch: daß heute jeder Mitarbeiter, gleich auf welcher Unternehmensstufe, optimal gefördert wird. Denn den weitaus größten Anteil am Bildungsbudget der Unternehmen haben die Führungs- und Nachwuchskräfte. Für sie werden ohne Zögern 10 000 bis 80 000 Mark im Jahr investiert. Das verschiebt die eindrucksvollen Statistiken, zumal es Unternehmen gibt, die betriebliche Bildung am Bedarf der Mitarbeiter vorbeiproduzieren.

Das betriebliche Förderungsprogramm muß aber für jeden Mitarbeiter etwas bieten. Sonst wird sich der Abstand zwischen den bildungsmäßig zu kurz Gekommenen und den besser ausgebildeten Mitarbeitern zwangsläufig vergrößern.

Drei Fragen sollten vor der Einführung eines Bildungsprogramms im Betrieb geklärt werden: Welche Probleme lassen sich mit solchen Maßnahmen verringern oder ganz beseitigen?

  • Welche Mitarbeiter sollen gefördert werden?
  • Welche Mitarbeiter sind überhaupt bereit, sich weiterbilden zu lassen?

Immer mehr Unternehmen analysieren gründlich, bevor Maßnahmen beschlossen werden. So führte August Sahm, Leiter des zentralen Bildungswesens bei Messerschmitt-Bölkow-Blohm, mit seinen Mitarbeitern eine Bildungsbedarfsanalyse durch. Er interviewte per Fragebogen zunächst 852 Naturwissenschaftler und Diplom-Ingenieure des Raumfahrtunternehmens.

Gleichzeitig befragte Sahms Abteilung 44 oberste Führungskräfte über die Fort- und Weiterbildungsbedürfnisse aus der Sicht der Unternehmensleitung. Der Vergleich der Bildungswünsche mit den betrieblichen Erfordernissen zeigte eine weitgehende Übereinstimmung: Fast die Hälfte der genannten Fachgebiete lagen hier wie dort im Bereich der Arbeitsmethodik.