Werden die neuen weltpolitischen Konstellationen weiterentwickelt, könnte sich eines Tages der "alte Stil" wiederholen – dafür sprechen die eingangs erwähnten historischen Parallelen – zumal Japan immer noch eine außergewöhnlich widersprüchliche Nation ist. Manches darüber erfährt man aus

Hans Schwalbe: "Acht Gesichter Japans"; Band 52 der Mitteilungen der Deutschen Gesellschaft für Natur und Völkerkunde Ostasiens; Tokyo 1970; 381 Seiten, 30,– DM (beziehbar durch Verlag Otto Harrassowitz, Wiesbaden, Taunusstr. 6).

Nach Schwalbe, der seit langer Zeit in Japan lebt, hat die komplexe Erscheinung Japans acht verschiedene "Gesichter": Das Gesicht der Natur, das des Schinto, das des Samurai, das des Künstlers, das buddhistische Gesicht, das patriarchalische Gesicht, das soziale und das politische Gesicht. Das Buch ist mit Sachverstand und Einfühlungsvermögen verfaßt und übersichtlich gegliedert. Kurz: Ein unterhaltsam geschriebenes Lehrbuch über Japan, das dank des detaillierten Registers ebensogut als Nachschlagewerk dienen kann.

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Zum Schluß möchte ich noch eine vielversprechende neue Zeitschrift kurz vorstellen:

"La Nouvelle CHINE"; verantwortlicher Redakteur: Alain Bouc; von März 1971 an zweimonatlich, Paris 09, Postfach 150 09; Jahresabonnement 60 F (10 Hefte).

Die Zeitschrift bringt vor allem Nachrichten, Berichte und Dokumente zur Politik, Kultur und Wirtschaft der Volksrepublik China. Politische und historische Analysen sollen sich besonders mit den chinesischen Beziehungen zu den Vereinigten Staaten, der Sowjetunion und Japan befassen.

Es ist erfreulich, im Redaktionskomitee außer den renommierten französischen China-Spezialisten wie Alain Bouc, Parice de Beer (beide von Le Monde), Jean Daubier auch eine Reihe von chinesischen Gelehrten und Publizisten, z. B. Tsien Tsche-hao, zu sehen.