Die vierte Gesprächsrunde über den Devisenausgleich für die Stationierungskosten der amerikanischen Truppen in der Bundesrepublik ist am Montag und Dienstag in Bonn ergebnislos verlaufen, Die Verhandlungen sollen in einigen Wochen in Washington fortgesetzt werden. Das bisherige Abkommen ist am Mittwoch ausgelaufen.

Nach zweimonatiger Pause waren die Gespräche am Montag wieder aufgenommen worden. Schon zu Beginn zeichnete sich ab, daß es nicht zu einer schnellen Einigung kommen würde. Die amerikanischen Vorstellungen liefen darauf hinaus, daß die Bundesrepublik achtzig Prozent der Devisenausgaben ersetzen solle, die Amerika jährlich für den Unterhalt seiner Truppen ausgibt. Die Regierung in Washington veranschlagt die Summe auf 1,2 Milliarden Dollar. Ein achtzigprozentiger Ausgleich durch die Bundesrepublik würde sich auf rund 960 Millionen Dollar belaufen.

Die Bundesregierung war zu Beginn der Verhandlungen nur bereit, 800 Millionen Dollar anstatt der vor zwei Jahren vereinbarten 750 Millionen Dollar zu zahlen. Obwohl in dieser Frage eine Annäherung der Standpunkte von beiden Seiten als möglich angesehen wird, bestehen vor allem zu dem Problem, in welcher Form die Bundesregierung die Verluste der Amerikaner ausgleichen könnte, unterschiedliche Auffassungen.

Bei den bisherigen Verhandlungen hatte sich Bonn bereit erklärt, in den USA jährlich Rüstungsgüter für 1,35 Milliarden Mark zu kaufen. So wird die Bundeswehr 175 Phantom-Düsenflugzeuge zum Stückpreis von annähernd zwanzig Millionen Mark in den Vereinigten Staaten bestellen. 200 bis 300 Millionen Mark sollen aus dem Bundeshaushalt direkt für die hier stationierten US-Streitkräfte bereitgestellt. werden, vor allem für die Renovierung der Kasernen. Weiter bietet sich die Entlohnung der bei den amerikanischen Truppen beschäftigten 71 000 Deutschen an.

Der Rest soll im Wege eines Kredits gewährt werden. Dabei ist noch umstritten, ob die Amerikaner dafür Zinsen bezahlen sollen oder die Bundesregierung diese übernimmt. Einen Großteil der anderen Kosten hatte Bonn in den vergangenen Jahren, durch den Ankauf mittelfristiger Schatzanweisungen der Vereinigten Staaten gedeckt. Der US-Senat hat diese Käufe aber, inzwischen kritisiert, so daß sich die beiden Regierungen nach neuen Möglichkeiten für einen Devisenausgleich umsehen mußten.

Insgesamt laufen die amerikanischen Vorstellungen auf eine stärkere Belastung des Staatshaushalts der Bundesrepublik hinaus. Angesichts. der binnenwirtschaftlichen Lage liegen hier die Hauptprobleme der Bundesregierung.

Aus den Äußerungen der Gesprächspartner nach den Bonner Verhandlungen ging am Dienstagabend hervor, daß in der Bundeshauptstadt zunächst einmal die kontroversen Fragen herausgearbeitet worden sind und daß in Washington die offenen Punkte erörtert werden.