Die Liquiditätsanspannung bei den Banken und die Schwäche am Rentenmarkt schränken die Kurschancen an der Aktienbörse stark ein. Daß die Standardwerte Verluste schnell wieder aufholten, ohne daß sich an der für die Börse wenig befriedigende „Datenkonstellation“ etwas geändert hat, überrascht.

Aber offensichtlich handeln langfristig disponierende Investoren im In- und Ausland nach der Devise: „Kaufen, wenn die Kanonen donnern, verkaufen, wenn die Geigen klingen!“ Da die Abgabebereitschaft gering ist, können bereits kleinere Käufe eine freundliche Tendenz „herbeizaubern“ und die Unternehmenslust etwas stimulieren. Angesichts der zu erwartenden Sommerflaute sind indes nur kleine Schwankungen nach beiden Seiten zu erwarten.

Die Schwäche am Rentenmarkt, Spiegelbild der hohen Zinsen und des knappen Geldes, geht einer Tendenzwende entgegen. Der Übergang zum Achtprozenter zeigt deutlich die prekäre Lage. Einige Skeptiker meinen sogar, auch der achtprozentige Nominalzins könnte schon bald nicht mehr marktgerecht sein. Da der Aufschwung an der Aktienbörse der Wende am Rentenmarkt mit einer Verzögerung von etwa einem halben Jahr zu folgen pflegt, ist für Optimismus noch kein Anlaß. Nur Hoffnungen auf Sonderbewegungen sind berechtigt.

Wendige Anleger blicken wieder mehr zur Wall Street, wo nach kräftigen Verlusten bald eine technische Reaktion fällig sein könnte. Das Klima in Japan erscheint nach großen Gewinnen vielen bereits wieder zu „heiß“. t.