Detlef Rohwedder, Staatssekretär bei Karl Schiller, bestreitet zwar nicht, daß er mit dem Posten des zweiten Mannes bei der Veba geliebäugelt hat wie sein persönlicher Referent, Lorenz Schomerus, jedoch betont, „ist die Sache längst vom Tisch“. Rohwedder hatte seine Entscheidung von der Zustimmung seines Ministers abhängig gemacht, und Karl Schiller war nicht eben begeistert, als er hörte, daß sein Staatssekretär gern zur Industrie gegangen wäre.

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Obgleich der Wirtschaftsrat der CDU/CSU auf Grund eines Verbots von CDU-Generalsekretär Bruno Heck nicht unter dem Signum CDU/CSU auftreten durfte, meinte der Vorsitzende des CDU-Wirtschaftsrates Philip von Bismarck, es sei „nicht ungenau, vom Wirtschaftstag der CDU/CSU zu sprechen“. Die Pressekonferenz nach Beendigung der großen Wirtschaft Heerschau – erstmals waren alle potentiellen Kanzlerkandidaten der CDU vertreten – dauerte übrigens nur knappe fünfzehn Minuten. Die einen meinten, „es ist doch alles gesagt“, andere wiederum witzelten, „da gibt es eben nicht viel zu sagen“. Rainer Barzel, Fraktionschef der Opposition und CDU-Kanzleranwärter, allerdings wurde deutlich, als er um eine Stellungnahme zu dem Strauß-Wort gebeten wurde, er werde sich als Kanzler stellen, wenn er gerufen werde. Barzel knapp: „Ich habe bisher einen, solchen Ruf nicht vernommen.“ Dennoch war Franz Josef Strauß Star des Wirtschaftstages. Seine Rede, die in einer Tausenderauflage gedruckt wurde, war binnen kurzer Zeit vergriffen.

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Entgegen Zweckgerüchten ist der zurückgetretene Finanzminister Alex Möller noch so vital, daß er neben seiner Arbeit im Bundestag neue Aufgaben übernehmen kann. Er verdingte sich als Kolumnist, beim Wirtschaftsmagazin Capital. In seinem ersten Beitrag gab Millionär Möller, der zugunsten gemeinnütziger Zvecke auf sein Honorar verzichtet, Tiefsinniges preis: „In der öffentlichen Finanzwirtschaft läßt sich nicht mehr kurzfristig schlau, sondern nur noch langfristig klug operieren.“

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Verkehrs- und Postminister Georg Leber, ein von den Jusos als konservativ apostrophierter Genosse, mußte sich von seinem Parteifreund Hans-Jochen Vogel eine öffentliche Rüge gefallen lassen. Auf dem kommunalpolitischen Bundeskongreß der SPD legte sich Leber mit Jungsozialisten an, die sich für die paritätische Mitbestimmung in den Kommunalbetrieben ausgesprochen hatten. Leber hat dagegen mancherlei Einwände. Als die Jusos ihn deswegen kritisierten, wurde der Minister ausfällig: „Ich habe schon für die Mitbestimmung gekämpft, als ihr noch nicht in der Sexta wart“ (Buhrufe). Als nächster Redner betrat dann Vogel das Rednerpult: „Ich glaube, lieber Genosse Leber, es haben schon drei Generationen vor dir und vor uns für soziale Fragen gekämpft“ (Beifall).