Die Zahl der Tochtergesellschaften der Neuen

Heimat, Deutschlands größtem Bauunternehmer, hat sich weiter erhöht. Vor einigen Wochen wurde in Hamburg die „Neue Heimat Wohnspar“ vorgestellt. Das gewerkschaftseigene Unternehmen will über die junge Tochter älteren Mitbürgern zu einem sorgenfreien Lebensabend verhelfen.

Die „Neue Heimat Wohnspar“ baut in den Jahren 1972 bis 1974 4200 Wohnungen, die ausschließlich für „Senioren“ reserviert werden sollen. Freilich ist dies allein noch nichts Neues; denn die Neue Heimat hat auch schon in der Vergangenheit „Altenwohnungen“ errichtet, insgesamt 12 000 Stück.

Doch von diesen Altenwohnungen sollen sich die „Senioren-Wohnungen und -Appartements“ unterscheiden. Früher baute die Neue Heimat ausschließlich für die „älteren Mitbürger“, die auf Grund ihrer Rente Anspruch auf eine Sozialwohnung hatten. Die neuen Wohnungen sind den älteren Herrschaften vorbehalten, die nach ihrer Pensionierung eine Rente erwarten dürfen, die über der Grenze liegt, die noch zum Einzug in eine Alten-Sozialwohnung berechtigt. Andrerseits ist die in Aussicht stehende Rente aber nicht so groß, daß der zukünftige Rentner völlig sorgenfrei den steigenden Mieten und den horrenden Preisen für den sicheren Platz in einem Altenheim entgegensehen kann.

Diese Sorgen will das junge Unternehmen dem noch „voll im Berufsleben Stehenden“ abnehmen. Zielgruppe sind deshalb die Angestellten im Alter um 50 Jahre. Ihnen bietet die Wohnspar die Möglichkeit, sich schon jetzt über einen Sparvertrag mit ihrem Leben nach der Pensionierung vertraut zu machen.

Zwei Sparvertragsformen stehen zur Wahl: Entweder wird für eine Wohnung in einem bestimmten Ort gespart, oder mit dem Wohnsparvertrag wird eine Wohnungsanwartschaft für eine später zu bestimmende Wohnung gekoppelt.

Tatsächlich unterscheidet sich diese Sparform in nichts von den bereits bekannten Sparverträgen. Die „Neue Heimat Wohnspar“ ist ein Kreditinstitut und unterliegt damit den Bestimmungen des Kreditwesengesetzes. Für den Wohnsparvertrag können deshalb die gleichen Vergünstigungen wie für normale Sparverträge in Anspruch genommen werden. So können zum Beispiel Alleinstehende und Eheleute über 50 Jahre im Jahr 1200 Mark nach dem Sparprämiengesetz und weitere 624 Mark nach dem Vermögensbildungsgesetz prämienbegünstigt auf einen Wohnsparvertrag einzahlen. Sie erhalten auf das eingezahlte Geld jährlich 20 Prozent Prämie.