Das sowjetische Raumfahrt-Experiment Salut/Sojus 11 hat mit einer Katastrophe geendet. Die drei Kosmonauten – Kommandant Georgij Dobrowolsky, Flugingenieur Wladislaw Wolkow und Testingenieur Viktor Pazajew – sind während der Rückkehr zur Erde in der Nacht zum Mittwoch tödlich verunglückt. Nach einer planmäßigen Landung im Zielgebiet fand der Bergungstrupp die drei Raumfahrer tot in ihren Sitzen.

Wie die Nachrichtenagentur TASS meldete, hatten die Kosmonauten nach dem bisher längsten bemannten Raumflug ihr Programm, dessen Schwergewicht auf medizinischem Gebiet lag, vollständig durchgeführt. Sie stiegen von der Raumstation Salut in die Kapsel um und überprüften die Systeme. Dann koppelten sie ihr Raumschiff ab und meldeten, daß alle Anlagen normal funktionierten.

Kurz vor Mitternacht zündeten die Bremsraketen und Sojus 11 tauchte wie vorgesehen in die Atmosphäre ein. Dann riß die Verbindung ab. Aber nach der Abbremsung öffneten sich die Fallschirme, so daß die Kapsel weich aufsetzte.

Die Todesursache wird noch untersucht. In den USA, wo die Unglücksnachricht mit Bestürzung aufgenommen wurde, vermutet man ein Versagen des Hitzeschildes. Erst in der vergangenen Woche hatten Amerikaner und Sowjets über Rettungsmaßnahmen für Raumfahrer konferiert.

Die Sowjetunion hat damit zum zweitenmal Raumfahrer bei der Rückkehr verloren. Im April 1967 verunglückte der Kosmonaut Komarow, als sich die Fallschirme seiner Kapsel nicht vollständig öffneten.