Es ist viel im Menschen, sagen wir, da kann viel aus ihm gemacht werden. Wie er ist, muß er nicht bleiben; nicht nur wie er ist, darf er betrachtet werden, sondern auch, wie er sein könnte. Bertolt Brecht

Kein Schein trügt mehr

Problematisch für Studenten war bisher eine sachgerechte Einstufung in ausländische Studiensysteme. Dem durch eine Broschüre abzuhelfen, aus der die momentan wirksamer deutschfranzösischen Studienäquivalenzen in den natur- und geisteswissenschaftlichen Fächern ersichtlich sind, bemühte sich der Deutsche Akademische Austauschdienst zusammen mit dem Office National des Universites et Ecoles Françaises. Im einzelnen erfährt der Student daraus, ob und in welchem Maße seine Scheine, abgelegten Prüfungen und Seminare anerkannt werden, welche ministeriellen Beschlüsse die einzelnen Studiengänge determinieren und welche allgemeinen Aspekte bei einem Auslandsstudium zu beachten sind. Mediziner, Dolmetscher, Studenten der Wirtschafts- wie auch der politischen Wissenschaften verschieben das geplante Frankreich-Studium besser auf das kommende Frühjahr. Dann nämlich soll auch für sie eine ähnliche Zusammenstellung erscheinen.

Umsonst getanzt

Zunächst hatte Richard Buckle, Ballettkritiker in London, Stars wie Margot Fonteyn, Zizi Jeanmaire, Merle Park, Doreen Wells und Roland Petit zum „Tanz für die Nation“ aufgerufen. Der Reinerlös dieser Veranstaltung sollte dazu beitragen, das Tizian-Gemälde „Ted des Actaeon“ der Londoner National Gallery zu erhalten. Denn der bisherige Besitzer, Earl of Harewood, der es bisher der National Gallery als Leihgabe zur Verfügung gestellt hatte, bot das Bild letztes Wochenende bei Chrstie’s zum Verkauf an. Für 16 Millionen Mark kaufte der Kunsthändler Weitzner den Tizian – aber wie sich herausgestellt hat, für den amerikanischen ölmagnaten Paul Getty. Um die englischen Gemüter abzukühlen, wurde versichert, daß das Bild zunächst für zwei Jahre in der Londoner Nationalgalerie bleiben werde. Danach erhalten die Engländer als milde Gabe zwei Bouchers und eine Van-Dyck-Studie, die im Auftrage Gettys ebenfalls bei Christie’s ersteigert wurden.

Schallplattenpreise: fest

Seit die Deutsche Grammophon-Gesellschaft ihre Preisbindungsverträge gekündigt und dem Bundeskartellamt in Berlin mitgeteilt hat, daß sie die Preisbindung aufheben werde, geht die Frage um: ob die teuren Schallplatten zum bisherigen Preis von 19 bis 25 Mark billiger werden und wann und um wieviel. Da die Vertragskündigung eine Frist von vier Wochen hat, wird man frühestens Ende Juli Geld beim Plattenkauf sparen können. Die Kaufhäuser „beobachten jeden Morgen den Markt“, das will heißen: sie passen auf, ob die Konkurrenz mit den Preisen heruntergeht. Die meisten Einzelhandelsgeschäfte verkaufen nach wie vor zu alten Preisen. Einer sagt, „Knüller wie Karajan oder Heintje“ brächten vorläufig spielend ihren vollen Preis, aus verkaufstaktischen Gründen würde freilich ab und zu ein „Knüller wie James Last“ zum Sonderangebot zu kleinem Preis angeboten. Ein anderer bekannte, daß er beim Kauf von drei oder vier Platten einen Nachlaß gewähre, aber nur, „wenn der Kunde danach fragt“. „Danach fragen“ sollte man auf jeden Fall von August an.