„Die Revolution ist anders“ – Ernst Fischer stellt sich zehn Fragen kritischer Schüler; rororo-aktuell 1458, Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek; 94 S., 2,80 DM

Ein siebzigjähriger Revolutionär relativiert den Revolutionseifer von Siebzehnjährigen, setzt ihren maßlosen Fragen maßvolle Antworten entgegen, dämpft ihre Heilserwartungen und ermuntert ihren Neuerungsdrang – Worte eines weisen Ketzers, die nicht nur in eine Richtung gesprochen sind. Karl-Heinz Janßen

„Das Gedichtbuch“ – Eine Sammlung deutscher Lyrik, herausgegeben von Barbara Bondy und Rudolf Goldschmit; S. Fischer Verlag, Frankfurt; 320 S., 22,– DM

Da Lyrik heutzutage – was freilich keiner offen zugeben will – nur noch in Anthologien genießbar ist, haben wir allen Anlaß, für gute Zusammenstellungen dankbar zu sein. Diese hier zeugt von der Souveränität und der Unabhängigkeit des Herausgeberduos, das sich nicht gescheut hat, auf viele seit Generationen mitgeschleppte Verse zu verzichten und dafür weniger bekannte, doch mit sicherem Geschmack und nicht ohne Witz ausgewählte Gedichte aufzunehmen und unkonventionell anzuordnen. Marcel Reich-Ranicki

Hans-Jochen Vogel: „Städte im Wandel“; Reihe Kohlhammer, Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart; 114 S., 12,80 DM

Diese Sammlung von Vorträgen und Reiseberichten hat nur ein Thema: die Stadt, ihre Verwaltung, Finanzierung, politische Führung, den Städtebau. Was der Münchner OB mit Elan und mitunter mächtigem Zorn kritisiert, fordert, darlegt, analysiert, ist manchmal explosiv, immer intelligent und hoffentlich aufrüttelnd: Lesen sollten das Buch nicht nur „Fachleute“, sondern möglichst alle Bürger; immerhin sind sie als Stadtbewohner keine Laien. Manfred Sack