Für die deutsche Automobilindustrie war 1970 insgesamt ein recht kritisches Jahr, für die Daimler-Benz AG aber war es ein „unternchmensindividuell erfolgreiches Jahr“, so Vorstandssprecher Joachim Zahn. Der individuelle Erfolg kann sich sehen lassen: Umsatzsteigerung im Konzern um 21,7 Prozent auf 11,68 Milliarden Mark, Produktionssteigerungen von 9,2 bei Pkw und 17,3 Prozent bei Nutzfahrzeugen, Sachinvestitionen im Wert von 932 Millionen Mark und, trotz Kostenzuwachs von 600 Millionen Mark, eine Dividende von unverändert 17 Prozent plus Bonus von 1,5 Prozent.

Doch Daimler-Benz hat nicht nur das „ach so schwierige“ Jahr 1970 glänzend überstanden, man ist auch für die nächsten Jahre besser gerüstet als irgendein anderes deutsches Automobilunternehmen. In Untertürkheim wurde von 1968 bis 1970 ein umfangreiches Investitionsprogramm (1,8 Milliarden Mark) abgewickelt, für 1971 und 1972 sind noch einmal Investitionen um 800 Millionen Mark vorgesehen. Mit diesem Programm hat Daimler im Lkw-Bereich, der sehr stark ausgebaut wurde, und in Pkw-Bereich eine Größenordnung erreicht, die für die nächsten Jahre ausreichen soll – wenn alles gutgeht, wird man nach 1972 die Früchte des Ausbaus in Ruhe ernten.

rod