Um solche Erkenntnis zu erleichtern, wollen wir die schöpferischen Fähigkeiten, die es ermöglichen, materielle oder geistige Werte zu erzeugen, mit den Buchstaben "SF" bezeichnen, die karrieristischen dagegen, die also zur Eroberung einer Position verhelfen, mit "FK".

Zuweilen findet man Eigenschaften, die zu beiden Kategorien gehören. Sie kreuzen sich, zum Beispiel, oft im Falle einer Geldkarriere; erinnert sei hier aber an die Bemerkung des Klassikers der Karrierologie, Professor C. Northcote Parkinson, daß die Millionen selbst noch keine Karriere bedeuten; wichtig ist das Prestige, der Aufstieg in der gesellschaftlichen Hierarchie.

Die Intelligenz kann man als SF genauso wie als KF zählen – zumal "Intelligenz" ursprünglich "Anpassungsfähigkeit" bedeutet – wobei sie in beiden Fällen nicht ausschlaggebend ist. Parkinson erwähnt sie unter karrierefreundlichen Eigenschaften; er steht aber noch unter dem Einfluß des traditionellen romantischen Glaubens, daß auch schöpferische Fähigkeiten für die Karriere günstig seien. Das wurde theoretisch in den letzten Jahren (praktisch schon seit Jahrtausenden) widerlegt.

Noch tiefer steckt in diesem Irrtum Laurence J. Peter, der behauptet, daß die Karriere nur bis zur Stufe der Inkompetenz führt. In jeder bürokratischen Hierarchie – und das sind praktisch alle Hierarchien, egal ob in den Behörden oder den großen Firmen – fängt der Weg zum Gipfel überhaupt erst auf der Stufe der Inkompetenz an, wenn die Hindernisse der Kompetenz und der Fähigkeit beseitigt sind.

Übrigens sind alle Handbücher für Karrieristen, für – wie Parkinson es formuliert hat –, "unterdurchschnittlich begabte, dumme, faule, nicht hilfsbereite, unangenehme und unloyale Leute" geschrieben. Parkinson begründet es auch: "Wir leben schließlich in einem demokratischen Land – warum sollen auch sie keine Karriere machen, wie es die anderen tun?"

In dieser Hinsicht war die menschliche Gesellschaft immer demokratisch. Menschen mit einem geringen SF-Quotienten, die also mit dem Erfolg in einem nichtkarrierebedingten Beruf, wie zum Beispiel Mathematik, Viehzucht oder Maschinenbau, nicht rechnen dürfen, haben in jedem gesellschaftlichen System den Weg zur Karriere offen. Das rettet die Demokratie, die verpflichtet ist, jedem eine Chance zu bieten.

Aufstiegsmöglichkeiten für Nichtbegabte bilden einen so wichtigen Grundsatz der Demokratie, daß er auch in den nichtdemokratischen Regimen erhalten und sogar entwickelt worden ist.