Die europäischen Dinge kommen wieder in Fluß. Erst die Einigung Heath-Pompidou, jetzt die Begegnung Pompidou-Brandt, erfreulich verlaufen, wiewohl nicht in allen Punkten zur gemeinsamen Aktion führend – sie geben den Blick, wo nicht den Weg nach vorn frei.

In einer großen Serie wird die ZEIT in den nächsten Wochen die Probleme untersuchen, die an Europas nächster Wegstrecke liegen: das Verhältnis zu Osteuropa und zu den Vereinigten Staaten, das Funktionieren der EWG zu sechst und, später, zu zehnt, Europas Rolle in der Welt von morgen.

Wir beginnen diese Serie heute mit dem Beitrag eines informierten und profilierten deutschen Politikers, dem der Weg Europas ebenso am Herzen liegt wie die Zukunft der Bundesrepublik in Europa. Daß er pseudonym schreibt, war seine Entscheidung; die Wahl des Pseudonyms hat die ZEIT-Redaktion nach aktuellem Vorbild für ihn getroffen: Wieland Europa. Seine These: Vom Europa der Römischen Verträge, dem Ersten Europa, gehen keine Zukunftsimpulse mehr aus. Was nottut, ist ein Programm für das Zweite Europa – für ein Europa weniger des Gemeinschaftshandelns als des gemeinsamen Handelns.

Wieland Europas Analyse („Über Brüssel hinaus“, Seite 3) wird manche schockieren, anderen wird sie aus dem Herzen gesprochen sein. Wir veröffentlichen den Beitrag, weil es not tut, über den Gang der europäischen Dinge nachzudenken, so oder so. Von selbst wird nicht zustande kommen, was viele wollen. Jeder Anstoß muß willkommen sein, wenn in Europa nach einer Zeit des Brechens nun wieder eine Phase des Bauens anheben soll. D. Z.