Eingeladen hatte das „Margarine Institut für gesunde Ernährung“. Eingeladen hatten also Leute, die bestrebt sind, mit der listigen Manipulation, die man Public Relations nennt, möglichst viel Margarine zu verkaufen. Mithin war äußerste Skepsis geboten.

Doch vor dem-kleinen Kreis der Journalisten, die nach Hannover in Kastens Hotel gekommen waren, referierten zwei Wissenschaftler, die über jeden Verdacht, sich in die Fettwerbung einspannen zu lassen, erhaben sind. Und auch während der anschließenden Diskussion war selbst bei größter Wachsamkeit nichts von unterschwelliger Beeinflussung zu bemerken.

So darf man über das kleine Symposium guten Gewissens berichten.

Gekommen waren die in Fachkreisen weltweit bekannten Professoren Siegfried Heyden von der Duke University in Durham (US-Staat North Carolina) und Paul Leren von der Universität Oslo. Ihr Thema: Läßt sich das Risiko, an einem Herzinfarkt zu erkranken, mit einer besonderen Diät verringern? Und: Sind diätetische Maßnahmen auch geeignet, Patienten, die schon einmal einen Infarkt erlitten und überlebt haben, vor einer erneuten Herzattacke zu bewahren?

Ja, beides ist – wenn auch nur in begrenztem Umfang – möglich.

Der aus Deutschland stammende Doktor Heyden präsentierte Ergebnisse seiner Studien und die anderer Forscher auf diesem Gebiet.

Sein Interesse gilt vor allem einem bedeutsamen Risikofaktor, dem Cholesteringehalt des Blutes. Ist das Blut eines Menschen besonders reich an der fettartigen – lebensnotwendigen – Substanz Cholesterin, dann ist das Risiko dieser. Person, einen Herzinfarkt zu erleiden, hoch. Das weiß man schon lange.