Gleichfalls signifikant ist das Resultat der elfjährigen Studie von Professor Leren an Patienten, die schon einmal einen Herzinfarkt erlitten und überlebt hatten. Sie laufen weniger Gefahr, wieder daran zu erkranken, wenn sie eine cholesterinarme Diät mit möglichst wenig gesättigten Fettsäuren einhalten, als ebensolche Patienten, die dies nicht tun.

So trat im Endeffekt just das zutage, was sich die Margarinehersteller nur wünschen konnten. Denn wer alles in seiner Macht stehende dafür tun will, nicht der Arteriosklerose anheim zu fallen und keinen Herzinfarkt zu bekommen, der kommt um den Genuß von Margarine nicht herum.

In den USA, so berichtete Heyden voller Befriedigung, hat die Nahrungs- und Heilmittelbehörde (FDA) soeben verfügt, daß künftig auf den Packungen von Nahrungsmitteln der Gehalt an ungesättigten und gesättigten Fettsäuren genau vermerkt sein muß. Dies empfahl der Forscher auch den Behörden der Bundesrepublik. Welch ein Optimismus! Hierzulande ist der Hersteller von Margarine oder Öl nicht einmal dazu verpflichtet, den Verbraucher darüber aufzuklären, woher das Fett stammt, das in dem Lebensmittel steckt. Hierzulande wird denn auch von den angeblich so gesundheitsbewußten Reformhäusern immer noch die "kaltgeschlagene" Margarine propagiert, die eben nicht empfehlenswert ist, weil sie, die nicht chemisch gehärtet wird, zum großen Teil aus Kokosfett bestehen muß, und das ist reich an gesättigten Fettsäuren.

Immerhin hat die Industrie viele Öle und Margarinen anzubieten, die in einer arterienschonenden Diät durchaus ihren Platz haben.

Übrigens: Auf die Frage, ob man mit körperlicher Bewegung den Cholesterinspiegel senken kann, gab Heyden die Auskunft, solches habe man in entsprechenden wissenschaftlichen Untersuchungen nicht feststellen können. Mag dies manchem Zuhörer ein Stückchen schlechtes Gewissen genommen haben, so war es für manch anderen gewiß bedrückend zu erfahren, daß ein sehr entscheidender Risikofaktor für den Herztod das Zigarettenrauchen ist.

Thomas v. Randow