Feinen Erfolg nannte das offizielle Bulletin die letztjährige 1. Basler Kunstmesse, einen Mißerfolg viele der Aussteller. Damit die zweite Auflage der Art besser wird, hatte man eine Reihe von Museumsleuten, Galeristen und Kritikern in die Organisation berufen. Sie waren es wohl auch, die eine intensivere Öffentlichkeitsarbeit durchgesetzt hatten.

Der Vergleich zwischen der dies- und letztjährigen Ausstellerliste zeigt, daß einige der großen Galerien ausgestiegen, auf der anderen Seite aber viele neue, vor allem kleine, dazugekommen sind. Für einige der Absenzen ist der Kölner Kunstmarkt verantwortlich, der seine Gäste vor die Wahl zwischen Köln oder Basel gestellt hatte. Die Zürcher Galerien Maeght und Facchetti begründeten ihr Fernbleiben mit der Schwierigkeit, für die Stammgalerien Ersatzpersonal zu bekommen.

Art 2’71 unterschied sich wesentlich von der letztjährigen Kunstmesse. Während die noblere Vorgängerin ihre kommerzielle Grundlage durch großzügige Präsentation vergessen ließ, standen nun nicht mehr Prestige und Information im Vordergrund, sondern ganz eindeutig: der Verkauf.

Mehr als 21 500 Besucher erwarben von 32 Ausstellern aus 11 Ländern Kunstwerke für mehr als 7 Millionen Schweizer Franken.

Trotz ihrer Vielfältigkeit wirkte die Art 2 uniform in ihrer Mittelmäßigkeit. Da man „das große Publikum und nicht den exklusiven Kreis“ ansprechen wollte, hatten die meisten Galeristen auf Nummer Sicher gesetzt.

Zu den bemerkenswertesten Ausstellern gehörte die Basler Galerie Beyeler, die nur einige wenige großformatige Amerikaner zeigte. Ganz besonders messe- und rummelgerecht erwies sich erneut Kümmels Kontakteria Café Fongi. Gimpel & Hanover gelang es mit Werken von Edi Brunner, Hofkunst und Distel, der den „Eiern“ wohl endgültig abgeschworen hat, eine Atmosphäre zu schaffen, die – ohne die Werke der Galerieklassiker Graeser, Honegger, Kupka oder Davie zu beeinträchtigen – der Kommerzstimmung der Mustermessehalle entsprach.

Zu den Namen, denen man immer wieder begegnete, gehörte Fontana. Der Boom hat seit dem letzten Jahr etwas nachgelassen und jetzt mit fürchterlichen Fontana-Handtaschen einen qualitativen Tiefpunkt erreicht. Was die Galleria Flaviana hier anpries, ließe sich wohl nicht einmal auf einem echten Jahrmarkt verramschen. Am häufigsten vertreten waren Max Ernst (an 11 Ständen), Picasso (an 9), Miro, Diter Rot und Vasarely. Verkaufter Spitzenreiter der Messe war Christo, von dem die Londoner Kunsthändlerin Annely Juda eine ganze Koje qualitativ hochwertiger Collage-Zeichnungen um die 9000 Franken angeboten hatte.