Was Art 2’71 an internationalem Prestige verloren hat, hat sie an nationalem gewonnen; waren doch nun fast sämtliche Schweizer Galerien von Bedeutung vertreten.

Und wie gingen die Geschäfte? – Man ist zufrieden. Teures und Billiges fand seine Käufer. Man munkelt, daß Krugier einen Picasso für 400 000 Franken und Beyeler einen Rothko für etwa 100 000 Franken verkaufte. Und wer glaubte, der Graphikmarkt sei endgültig übersättigt, hatte sich getäuscht. Mappenwerke und Einzelblätter gingen überraschend gut. Der Multiple-Verlag Xart hatte am Montag bereits 64 Objekte abgesetzt, jedes für etwa 600 Franken. Wie frische Brötchen gingen bei Möllenhoff Warhol-Raubdrucke (50 Franken). Etwas teurer, dafür wohl mit Signatur gab Onnasch einen Warhol-Steckbrief nach den USA zurück (85 000 Franken), hingegen blieb er trotz eidgenössischer Kienholz-Begeisterung auf seinen Kienholzobjekten sitzen.

Von allen Befragten zeigte sich einzig Stummer & Hubschmid aus Zürich mit dem Gang der Geschäfte nicht zufrieden. Diese Galerie, mit einem mutigen und qualitativ hochstehenden Programm vertreten, hatte nur wenig Chancen: "Es wird uns möglich sein, die Selbstkosten zu decken (3500 Franken). Mehr liegt für uns nicht drin. Die Museumsleute und Käufer außerhalb unseres Kundenkreises bleiben bei den Großen hängen." Nächstes Jahr sicher wieder dabeisein werden hingegen alle Galeristen, die Beuys anbieten können. Die Nachfrage überstieg das Angebot bei weitem.

Peter Killer