Über der Rolle der Religion entzweiten sich die Kunstwissenschaftler ihrerseits in unwissenschaftlich ideologische Gruppen: Linkskatholiken und Marxisten. Die Sache entschied zugunsten der Marxisten, die meinten, Religion habe zwar in den Fumetti den ihr in der paternalistisch-katholischen Gesellschaft zukommenden Stammplatz, doch einzig als Aberglauben.

Über die Sprache der Fotoromanzi war man sich einig: in den erzählenden Einsprengseln der pseudopoetische Schwulst kleinbürgerlicher Trivialliteratur; im "Dialog" realistisch verpackte Sprachstummel vom "Auf-immer-dein"-Typ.

Die gezeichneten Sex- und Krieg-Fumetti sind Fortsetzung des Photoromans mit anderen Mitteln. Meistens importiert, haben sie auch einheimische Spielarten. Die gehorsamen Heroen der Kriegs-Serien verherrlichen obrigkeitsstaatliche Hierarchie und erlauben dem Konsumenten, Aggressionen zu projizieren; die Sex-Strips, oft nur verbrämte Perversitäten-Anthologien, sind Vehikel zur Befreiung der von der katholisch-bürgerlichen Moral frustrierten Triebenergien.

Zwar wählen die schlichten Verbraucher zu gutem Teil kommunistisch, aber die Träume, mit denen diese Art Nationalliteratur sie tränkt, lullen sie ein in eine rückgewandte Utopie.