Die Bundesminister Schiller und Leber sind miteinander in Streit geraten. Die Ursache: Beamte des Finanzministeriums hatten erklärt, sie würden eine einheitliche Kraftfahrzeugsteuer und eine Erhöhung der Mineralölsteuer bevorzugen. Leber konterte den Vorschlag mit den Worten „unnützes und unnötiges Geschwätz“ und „Beamtentratsch“. Der verärgerte Schiller sprach daraufhin im Kabinett von seinem Rücktritt. Die Kontroverse ist mehr als eine „Staubwolke“ (Kölner Stadtanzeiger). Sie zeigt den Gegensatz innerhalb der Regierung auf: Hier die Verfechter der Stabilität (Schiller und Brandt), dort die Reformer wie Leber, Leussink und Arendt mit ihren kostspieligen Reformplänen. Regierungssprecher Ahlers verneinte aber die Frage, ob eine Kabinettsumbildung im „Bereich des Möglichen“ liege.