Auch hierin erblickt Rudolf Bilz ein biologisches Radikal: den Zwang des untergeordneten Rudelmitgliedes, sich dem Alpha-Tier darzubieten, etwa wie sich ein Wolf vom Rudelführer vorn (was hast du gefressen?) und hinten (was hast du getrieben?) beschnüffeln lassen muß und diese "Beichte" sogar ohne Aufforderung ablegt.

Es hat keinen Zweck, im Sinne der Logik oder der Moral nach dem Warum menschlicher Verhaltensweisen zu fragen, die als biologisches Radikal aus unserer unbewältigten stammesgeschichtlichen Vergangenheit zum Durchbruch kommen. Viele Denker haben sich bei diesem Bemühen in ein Labyrinth verrannt, aus dem kein Ariadnefaden in die Klarheit führt. Wir müssen uns bescheiden, die "Urphänomene" des Verhaltens von Mensch und Tier in einer beiden gemeinsamen, biologisch orientierten Psychopathologie als solche zu erfassen. Nur wenn wir um ihre Natur wissen und um die Gesetzmäßigkeiten ihres Auftretens, können wir steuernd oder heilend eingreifen. Menschlicher Vernunft und Einsicht wird hierbei die führende Rolle zufallen.