Auch in der abgelaufenen Woche waren die deutschen Aktien wieder erstaunlich stabil. Weder die Tarifauseinandersetzungen in der Chemie noch die Misere am Rentenmarkt konnten die Aktienkurse erschüttern. Daß der Chemie-Friedensschluß der Börse einen Stimmungsaufschwung bringen würde, war voraussehbar und nicht überraschend. Doch werden „Wunder“ bei den Chemie-Aktien nicht erwartet. Dazu bedarf es echter Anzeichen auf eine nachhaltige Ertragsbesserung.

Eines scheint allerdings festzustehen: Die Börsianer glauben zuversichtlich, in den heutigen Kursen alles Negative der allgemeinen Wirtschaftsentwicklung berücksichtigt zu haben. Die Stabilität in den letzten Wochen ist für sie der Beweis, daß nach unten nicht mehr viel Platz ist. Das gilt allerdings nur so lange, wie die Gesellschaften gewillt sind, den Kapitalmarkt mit Aktienemissionen nicht zu überfüttern.

Selbst für die leidgeprüften IOS-Aktionäre gab es in der vergangenen Woche einen Lichtblick. Die Aktien von IOS Ltd., die der abgedankte IOS-Präsident Cornfeld seinerzeit zu 40 Mark dem Publikum verkauft hatte und deren Kurs dann bis auf 1,20 Mark (!) zurückgefallen war, erholte sich auf 2,40 Mark; der Kurs der Aktien von IOS Management verdoppelte sich im gleichen Zuge auf 9 Mark. Der Anstieg beider Papiere hängt mit der Hauptversammlung der Unternehmen in Toronto zusammen, die dem außenstehenden Aktionär allerdings noch nicht sehr viel Klarheit über die Zukunft seiner Firmen gebracht hat. K. W.