So schwer die Entscheidung für jeden ist, der vor der Qual der Wahl steht: Es sprechen heute sehr viele Argumente dafür, das Risiko auf sich zu nehmen, wenn die Bedingungen halbwegs günstig sind und die Bezahlung einigermaßen verlockend ist. Dabei muß man sich im allgemeinen an dem Gehaltsniveau und den Lebensverhältnissen des Landes orientieren, in das die Reise gehen soll.

Es ist unverkennbar, daß der "Drang in die Ferne, der Pioniergeist, sehr stark dem Sicherheitsdenken gewichen ist", (Groß). Viele ziehen es vor, sich auf dem sicheren Gleis einer scheinbar vorgezeichneten Karriere zu bewegen und auf bequeme Art "hochzudienen". Dabei ist es lebenswichtig für unsere Wirtschaft, versichert Löwenbräu-Exportleiter Gerstein, daß "eine Generation von Führungskräften heranwächst, die ständig bereit ist, die eigene Auffassung zu korrigieren".

Deshalb ist ein längerer Auslandsaufenthalt ein wichtiges Bildungselement. Der junge, oft von zu Hause her verwöhnte Mann wird draußen immer wieder herausgefordert und gezwungen, den eigenen Standpunkt in Frage zu stellen. Gerstein: "Das fängt bei den primitivsten Vorgängen an."

Besserwisser eignen sich natürlich nicht für Auslandsaufenthalte im Dienste der deutschen Wirtschaft und im Interesse der eigenen Karriere. Ideal ist ein Alter zwischen 28 und 35 Jahren, für Posten mit viel Verantwortung natürlich auch darüber.

Der Wille, sich im fremden Land zu integrieren, eine gehörige Portion Steh- und Durchsetzungsvermögen: Das sind unerläßliche "Tugenden" für wanderwillige und karrierebewußte Nachwuchskräfte.