In Hamburg ziehen seit einigen Wochen immer wieder größere und kleinere Trupps von Jugendlichen durch die Innenstadt, um unter dem Zeichen des roten Punktes gegen um vom Senat der Hansestadt beschlossenen Fahrpreiserhöhungen für die öffentlichen Verkehrsmittel zu demonstrieren.

Zwischen einem Beobachter und einer Gruppe von fünf Demonstranten im Alter zwischen sechzehn und fünfundzwanzig Jahren entspann sich bei einer Protestaktion folgender Dialog:

„Wofür oder wogegen demonstriert ihr denn hier?“

„Gegen die Preiserhöhungen für die U-Bahn und Busse.“

„Wenn in einer von Sozialdemokraten regierten Stadt solche unpopulären Maßnahmen beschlossen werden, sind sie doch wohl notwendig. Die Kosten für den Betrieb der Verkehrsmittel sind gestiegen, weil das Material teurer geworden ist und das Personal mehr verdienen will – wie wir alle. Seit 1966 sind die Verkehrstarife aber unverändert geblieben.“

„Der Senat will nur noch mehr an der Bahn verdienen. Das ist Ausbeutung der arbeitenden Klasse.“

„Aber an den öffentlichen Verkehrsmitteln Hamburgs wird doch gar nichts verdient, die machen nur Verluste – in diesem Jahr runde 53 Millionen Mark, wenn nichts geschieht. Aus dem Haushalt der Hansestadt werden jetzt schon 130 Millionen Mark zugezahlt.“