Wenn Sie Schallplatten kaufen, dann Unbedingt:

Beethoven: „Hammerklavier-Sonate“ B-dur op. 106 und Sonate A-Dur op. 101; Pianist: Solomon; His Master’s Voice XLP 30116, 10,– DM.

Englands größter Pianist, seit langem durch ein Leiden am Konzertieren gehindert, bietet Beethovens wohl anspruchsvollste Sonate ohne die Titanismen all derer, die das „Hammerklavier“ allzusehr beim Wort nehmen, auch ohne hintergründelndes Transzendenzstreben. Er spielt sie so pur musikalisch, wie etwa Casadesus Mozart spielt, zügig, klar, ebenmäßig. Und gerade derart unwillkürlich erschließt er Tiefenbereiche der Musik, die sich dem trivial direkten Entschlüsselungsversuch versperren. Man könnte sich geradezu genieren, für eine so außerordentliche Aufnahme nur zehn Mark zu bezahlen.

Nach Möglichkeit:

Mozart: „Figaros Hochzeit“; Söderström, Grist, Berganza, Bacquier, Evans u. a., John Addis Choir, New Philharmonia Orchestra, Leitung: Otto Klemperer; Electrola 1 C 191-02134/7, 58,– DM.

Nicht alle späten Klemperer-Platten verbergen das Greisentum des Dirigenten. Dieser „Figaro“ jedoch zeigt Klemperer auf der Höhe seiner Interpretationskunst. So erzeugen die gemessenen Tempi Spannungen, nicht Langeweile. Mozarts „Komische Oper“ verträgt den Klempererschen Ernst; wir sind heute einer „Figaro“-Deutung zugänglich, die den dramaturgischen Akzent vom überliefert Buffonesken aufs unkonventionell Humane, aufs Gesellschaftskritische verlegt.

Vielleicht: