Nixon: Die Tür geöffnet

In einem Gespräch mit Journalisten in Kansas City erklärte Präsident Nixon zur China-Politik seiner Regierung:

„Sie (die Rotchinesen) sind schöpferisch und produktiv; sie sind eines der fähigsten Völker der Welt, und 800 Millionen Chinesen werden unvermeidbar eine enorme wirtschaftliche Macht darstellen. Diese Entwicklung könnte, sofern die Chinesen das anstreben, unabsehbare Konsequenzen in anderen Bereichen haben.

Deshalb hielt ich es für wesentlich, daß meine Regierung die ersten Schritte unternahm, um die Isolierung des chinesischen Festlandes... zu beenden. Diesen Schritt mußten wir tun. Die Sowjetunion ist dazu nicht in der Lage, weil die gegenwärtigen Differenzen (mit Peking) unüberbrückbar scheinen. Wir sind die einzige Macht, die diesen Schritt tun konnte.

Lassen Sie mich – wie soll ich sagen? – sehr zurückhaltend diesen Punkt behandeln, damit wir das, was geschehen ist, nicht überschätzen. Wir haben einfach die Tür geöffnet, für den Verkehr und den Handel. Die Frage ist nun, ob die Chinesen ihrerseits andere Türen aufstoßen. Aber schließlich und endlich müssen die Türen geöffnet werden, und auf lange Sicht muß die amerikanische Politik das Ziel anstreben, die Isolierung des chinesischen Festlandes zu durchbrechen und die gegenseitigen Beziehungen zu normalisieren. Denn schauen wir einmal 15 bis 20 Jahre in die Zukunft: Die Vereinigten Staaten können dann ein vollkommen wirksames Obereinkommen mit der Sowjetunion über eine Rüstungsbegrenzung haben; die Gefahr eines Zusammenstoßes mag dann von vornherein gänzlich ausgeräumt sein.

Aber das chinesische Festland, völlig isoliert, außerhalb der Gemeinschaft der Welt, ... würde dann eine Gefahr für die ganze Welt darstellen, die für uns und auch für andere unerträglich ist.

So mußten wir logischerweise diesen Schritt jetzt tun. Andere müssen folgen – genau umrissen und abgewogen – wenn die andere Seite dementsprechend reagiert.