Ich bin den Verbänden sehr dankbar, daß sie die Rechtslage so eindeutig dargestellt haben. Sie war in der Öffentlichkeit, ja selbst bei den Kreditinstituten, die gelegentlich über die "Konkurrenz" der "beratenden Berufe" klagen, weitgehend unbekannt.

"Wir bestreiten ja nicht", so schreibt mir Erwin Bauer, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater in Pforzheim, "daß es eine geringe Anzahl von Kollegen gibt, die hier gegen Standesvorschriften verstoßen. Es wird aber bei allen Berufen sein, daß es eben Außenseiter gibt, die ihre Geldgier dem Berufsethos voranstellen."

Zum Thema "Abschreibungsobjekte" selbst möchte ich in diesem Zusammenhang folgendes sagen: Wir haben uns an dieser Stelle wiederholt mit solchen Vermögens"anlagen" befaßt und werden es, meine verehrten Leser, auch weiterhin tun. Meine Mitarbeiter und ich sind jedoch überfordert, jedes auf den Markt kommende Objekt auf seine Anlagewürdigkeit zu untersuchen.

Lassen Sie sich nicht durch die Ihnen zugesagten hohen Abschreibungssätze allzusehr beeindrucken. Prüfen Sie selbst oder lassen Sie in jedem Falle der Rentabilität des Objektes, an dem Sie sich beteiligen wollen, überprüfen. Nur sie entscheidet schließlich über den Wert Ihrer Anlage. Und denken Sie daran, daß spätestens ab 1974 eine Erhöhung der Einkommensteuersätze vor der Tür steht. Nicht nur bei den Großverdienern, sondern auch bei dem sogenannten Mittelstand.

Abschreibungen sind im Grunde nur hinausgeschobene Steuerzahlungen. Es ist zwar sehr schön, wenn man jetzt dem Finanzamt ein Schnippchen schlagen kann. Aber man soll die steuerlichen Auswirkungen in den folgenden Jahren beachten. Hier, so meine ich, fällt den Wirtschaftsprüfern und Steuerberatern eine wichtige Aufgabe zu.

Achten Sie auch darauf, daß in den Gesellschaftssatzungen ausreichend Kontrollmöglichkeiten durch die Gesellschafter eingebaut sind. Was hier oftmals geboten wird, ist ein Skandal. Für Sie, meine verehrten Leser, ist das Kleingedruckte in den Verträgen meist noch wichtiger als die Abschreibungsofferte selbst. Ihr Securius