Für den Investment-Sparer ist die Bilanz des 1. Halbjahres 1971 meist recht positiv ausgefallen, sieht man von den mäßigen Ergebnissen einiger Rentenfonds ab. Von den in unserer Tabelle verzeichneten Fonds bilden Adifonds und Unifonds mit einem Plus von 13,9 Prozent die Spitze. Dann folgen Adiverba und Fondak mit einem Gewinn von je 12,8 Prozent. Immerhin 3 Adig-Fonds unter den ersten vier.

Aufschlußreich ist in diesem Zusammenhang, daß bei allen vier genannten Fonds beim Verkauf der Zertifikate nur ein Ausgabeaufschlag von 4,76 Prozent erhoben wird, eine Spesenbelastung, die nur noch von Rentenfonds unterboten wird. Damit wird deutlich, daß die Höhe der Spesen nichts mit dem Erfolg einer Investment-Anlage zu tun hat. Der höhere Ausgabeaufschlag bei anderen Fonds dient lediglich der Finanzierung des Vertriebsystems, von dem der Investmentsparer keinen Nutzen hat.

Das beste Beispiel für die Fragwürdigkeit hoher Spesen liefert der IOS-Fonds Investors. Dort wird ein Ausgabeaufschlag von 9 Prozent erhoben. Er hat im 1. Halbjahr 1971 nur einen Gewinn von 3,9 Prozent erwirtschaftet. Andere, ebenfalls international investierende Fonds waren erfolgreicher, obwohl sie mit niedrigeren Ausgabeaufschlägen arbeiten. So zum Beispiel Hansa Profit, wo der Ausgabeaufschlag nur 5 Prozent beträgt, der Gewinn aber 11,9 Prozent.

Auffällig ist im 1. Halbjahr 1971 die unterschiedliche Entwicklung der Rentenfonds. Erst wenn die Jahresberichte vorliegen, wird man die Gründe dafür im einzelnen kennen. Aber schon heute läßt sich sagen, daß die voneinander stark abweichenden Bewegungen auf folgende Faktoren zurückzuführen sind: Auf den unterschiedlichen Anteil an DM-Auslandsanleihen in den einzelnen Fonds, auf das Vorhandensein von hochverzinslichen Dollar-Anleihen, auf den Anteil der Wandelanleihen, die im Zusammenhang mit dem Anstieg der Aktienkurse teilweise zu Buch schlagende Kursgewinne brachten. Außerdem ist zu berücksichtigen, ob die nicht auf Mark lautenden Auslandsanleihen kursgesichert waren oder nicht.

Der Juni war für den Investment-Sparer kein günstiger Monat. Nur wenige Fonds konnten mit einem Plus abschneiden; Die Schwäche der deutschen Börse sowie die Unsicherheit an der Wall Street machten den Aktienfonds zu schaffen. Von der stabilen Tendenz der deutschen Bank- und Versicherungsaktien begünstigt wurde der Adiverba, der um 1,2 Prozent vorankam und auch 1971 seinem Ruf, ein Erfolgsfonds zu sein, treu bleiben kann. Bei Adiverba ist die Ausschüttung für das Geschäftsjahr 1970/71 von 2,70 auf 3,20 Mark erhöht worden. Das ist die größte Ausschüttung seit Bestehen des Fonds und läßt darauf schließen, daß der Fonds etliche Kursgewinne realisiert hat. K. W.