Wirtschaft

Motorenbau: Gas statt Diesel

Die Dunstglocke über den Großstädten zwingt Kraftstoffund Motorenindustrie dazu, umweltfreundliche" Entwicklungen zu forcieren.

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DIE ZEIT

Studenten-RotZ, Professoren-Trotz

Ein Semester geht diese Woche zu Ende, aber Urlaub von der Universität gibt es nicht. Immer wieder flackern in der Hochschullandschaft örtliche Krisen auf.

Obstruktion

Die Gemeinschaftsaufgabe Bildungsreform droht an der Polarisierung zwischen den Regierungsparteien und der CDU/CSU endgültig zuschanden zu werden.

Zwischen zwei Feuern

Auch ohne Pannen und Ungeschicklichkeiten bleibt die Bonner Nahostpolitik stets eine Gratwanderung. Einerseits trägt das deutschisraelische Verhältnis das Zeichen einer Besonderheit: "die Unauslöschlichkeit des millionenfachen Mordes an den Juden" (Brandt).

Ein Hauch von Hoffnung in Helsinki

Bis auf die gleißende Julisonne, die auffallend zu den schnee- und nebelreichen Tagen der beiden vorhergehenden SALT-Runden in Helsinki kontrastierte, schien sich kaum etwas verändert zu haben, als in der vergangenen Woche die fünfte Phase der Gespräche über eine Begrenzung der strategischen Rüstung begann.

ZEITSPIEGEL

„Ich weiß nicht, was die Opposition ist. Ich sehe, daß die Opposition im Augenblick aus einer Reihe von Kanzlerkandidaten besteht und lebhaft damit beschäftigt ist, sich gegenseitig Vorhaltungen zu machen.

Streit in Hamburg: Juso-Dilemma

Die Jungsozialisten sind auf dem besten Wege, ihr mühsam zurückgewonnenes Ansehen in der SPD auf Hamburgs Straßen wieder zu verlieren.

Rauchsignale auf dem Balkan

Auf dem Balkan tut sich etwas. Das diplomatische Karussell dreht sich mit auffallender Beschleunigung. Neue Spannungen zwischen nationalkommunistischen und sowjetkommunistischen Interessen drohen, sich zu entladen.

Das Frühstückskartell

Der Bundesrat, das stille „Parlament der Oberregierungsräte“, hat von sich reden gemacht: Mit einer Stimme Mehrheit verwarfen die von der CDU/CSU regierten Länder das vom Bundestag beschlossene Städtebau-Förderungsgesetz und das Rentenanpassungsgesetz und verwiesen die Vorlagen an den Vermittlungsausschuß.

Entscheidung in London: Wilsons Taktik

Mit Fernsehduellen, Pressekonferenzen und einer Millionenauflage von Aufklärungsbroschüren und Weißbuch-Volksausgaben ist Englands „große Debatte“ über das Für und Wider des EWG-Beitritts in Gang gekommen.

Wahlen in Wien: Kreiskys Coup

Die Neue Zürcher Zeitung nannte es einen "coup de théâtre", die österreichische Volkspartei (ÖVP) sprach von einer "Flucht aus der Verantwortung".

Wochenendhäuser und Seelenmessung

Der polnische Journalist Alexander Paszynski verbrachte auf Einladung des DDR-Außenministeriums vierzehn Tage im Nachbarland „jenseits der Oder“.

Wolf gang Ebert:: Top secret

Gottlob – wir können den Kopf wieder heben, wir können uns, international gesehen, sogar wieder sehen lassen. Das war ja in den letzten Wochen beinahe zum Komplexe kriegen.

Parteipostille für den Klassenkampf

Vor einem Vierteljahr, zum 25. Jubiläum des SED-Zentralorgans Neues Deutschland schrieb Chefredakteur Rudolf Singer: Der Parteijournalist brauche immer wieder Besseres und Anderes zur Erfüllung seiner Aufgabe, "weil die Welt des Sozialismus immer in Bewegung ist, die Sozialisten immer in Bewegung sind".

Verbeugung nach rechts

Nicht mit schweren Säbeln, auch nicht mit Florett – es wurde überhaupt nicht gefochten bei dem Rededuell, das sich in der vergangenen Woche der neofaschistische Parteichef Almirante und der Fraktionschef der Christdemokraten in der italienischen Abgeordnetenkammer, Andreotti, vor den Fernsehkameras lieferten.

Kurzschluß im Computer

Wenn ein atomarer Weltkrieg ausbricht, bin ich ein Versager! Nach diesem Wahlspruch hat Robert McNamara, ob seiner intellektuellen Brillanz hochgelobter Verteidigungsminister unter Kennedy und Johnson, sein Amt geführt, das zu den verantwortungsvollsten Posten dieser Welt gehört.

Sein Gott war Hitler

Zu den widersprüchlichsten Figuren in der deutschen Hierarchie des Dritten Reiches gehörte der Reichsführer SS Heinrich Himmler.

Über den Fronten

Vor 27 Jahren scheiterte der „Putsch am Klappenschrank“, scheiterte die Verschwörung des 20. Juli 1944. Vor 27 Jahren fiel der Hauptverschwörer, der Oberst von Stauffenberg, im Hof der Bendlerstraße unter den Salven des Exekutionskommandos.

25 Jahre Europa-Archiv

Das Europa-Archiv, die größte deutsche Fachzeitschrift für internationale Politik, ist eine der wenigen Zeitschriften aus der ersten Nachkriegszeit, die überlebt hat.

Rhodesien: Draht nach London

Die britische Regierung prüfte zu Beginn dieser Woche, ob Außenminister Douglas-Home noch in diesem Monat Gespräche mit dem rhodesischen Premierminister Ian Smith über eine Normalisierung der Beziehungen aufnehmen soll.

Wien: SPÖ für Neuwahlen

Die Sozialistische Partei Österreichs (SPÖ) hat im Parlament den Antrag eingebracht, die Legislaturperiode des gegenwärtigen amtierenden Nationalrats vorzeitig zu beenden und noch für dieses Jahr Neuwahlen auszuschreiben.

Wende bei Berlingespräch?

Nach dem 23. Viermächtegespräch über Berlin am vergangenen Donnerstag hielt der Optimismus, in naher Zukunft zu einer befriedigenden Regelung zu kommen, weiter an.

SALT: Neue Chance

Zu Beginn ihrer fünften Verhandlungsrunde über eine Begrenzung der strategischen Rüstung (SALT) trugen die USA und die Sowjetunion in Helsinki gedämpften Optimismus zur Schau.

Dokumente der ZEIT

„Sie (die Rotchinesen) sind schöpferisch und produktiv; sie sind eines der fähigsten Völker der Welt, und 800 Millionen Chinesen werden unvermeidbar eine enorme wirtschaftliche Macht darstellen.

Putsch in Rabat gescheitert

König Hassan II. von Marokko, kaum dem Tode entronnen, fand sofort ein Urteil: Es sei ein typisch libyscher Putsch gewesen, unreif, voller kindischer Fehler.

Labour-Streit über Beitritt

Der britische EWG-Beitritt scheint die Labour Party vor eine ähnliche Zerreißprobe zu stellen wie 1960 die Diskussion um die atomare Abrüstung.

Krisen-Herde: „Genug gedemütigt“

Zu Beginn der Woche verloren die USA den 1976. Hubschrauber auf dem vietnamesischen Kriegsschauplatz. Die US-Truppenzahl sank auf 236 400 Mann; die Zahl der alliierten nichtamerikanischen Soldaten auf 66 000.

Ein Vermittler

Eines Tages gelangte die Doppelseite einer Zeitung auf meinen Schreibtisch, deren Herkunft ich zunächst nicht enträtseln konnte: Billiges Papier, provinzieller Druck mit ein wenig altmodischen Vignetten geschmückt.

Rufmord von beiden Seiten

Wer Wesel Glauben schenkt, kann guter Dinge sein – liberale Zeitungsleser, argwöhnische Politiker oder radikale Linke gleichermaßen.

Leonhardts Tritt...

Ist die Freie Universität am Ende?“ fragt Rudolf Walter Leonhardt in der Spitze des Feuilletons der ZEIT vom 9. Juli. Er scheint dies nicht – wie viele von uns – zu befürchten, sondern eher zu erhoffen; denn er hält es für angemessen, der gefährdeten Berliner FU den aus der Fabel geläufigen Tritt zu geben.

ZEITMOSAIK

Alle Vermutungen, der Tod des größten Jazzmusikers würde mit dem größten Aufgebot an Jazzbands betrauert werden und dies alles wahrscheinlich im Geburtsort New Orleans, waren am Ende ganz falsch: Louis Armstrong, am 4.

DIE NEUE SCHALLPLATTE

Englands größter Pianist, seit langem durch ein Leiden am Konzertieren gehindert, bietet Beethovens wohl anspruchsvollste Sonate ohne die Titanismen all derer, die das „Hammerklavier“ allzusehr beim Wort nehmen, auch ohne hintergründelndes Transzendenzstreben.

Münchens neuer Rektor

Der Polizeipräsident von München kann aufatmen. Beim dritten Anlauf wurde am Montag nachmittag der vierzigjährige Professor Nikolaus Lobkowicz, einziger Kandidat auf der Liste, mit 259 von vierhundert Stimmen zum neuen Rektor der Universität München gewählt.

Kunstkalender

Jeden Sommer macht das Museum Folkwang eine Plastikschau im Grugapark und demonstriert damit sein fortschrittliches Konzept von Öffentlichkeitsarbeit, Kunsterziehung und Oberwindung musealer Enge: Kommunikation zwischen Kunst und Publikum kann überall stattfinden.

Äste in der Luft wie Finger

Janssen liebt es, sich zwischen seinen Auftritten Zeit zu lassen. Tritt er nach einer sorgfältig dosierten Kunstpause wieder hervor, dann darf man sicher sein, daß er ein paar Überraschungen aus dem Zylinder zaubert.

KRITIK IN KÜRZE

„Teleny“, Roman von Oscar Wilde. Keine Wilde-Ausgabe enthält diesen Roman einer traurig endenden Homosexuellen-Liebe, den Nachwortschreiber Horst Albert Glaser einmal 1893, dann 1895 in London erscheinen läßt.

Und sonntags auf den Schießplatz

Tausend Hinweise kamen, Hunderte wurden gesichtet, aber der Top-Tip steht aus. Auf diesen aber ist die Dortmunder Mordkommission angewiesen, will sie Licht in das Dunkel um den Liebespaarmord auf dem Schießplatz bei Menden (Kreis Iserlohn) bringen.

Frau Direktor Schiller

Der Staatssekretär höchstselbst überbrachte Urkunde und Segenswünsche der Landesregierung. Für die meisten im Düsseldorfer Finanzministerium kam dies überraschend.

Ab ins Obdachlosenasyl

Jetzt ist die Kasseler Obrigkeit betroffen. Sie ist schockiert über die Filme und Bilder, die jüngst auf dem Fernsehschirm in der Sendung „Report“ zu sehen waren und die Polizisten bei der Aktion „Zwangsräumung“ zeigte.

FILMTIPS

Im Fernsehen: „Weekend“ (Frankreich 1968), von Jean-Luc Godard (West III am 16. Juli), war vorläufig einer der letzten Kinofilme des Regisseurs, der sich nach einer Periode des politischen Engagements für Black Panthers und El Fatah wieder auf industriell gemachte und vertriebene Produktionen umstellt.

Fernsehen: Traivialer Traum

Ein schönes Thema: Ein kleiner Schmierenpoet und lässiger Produzent trivialer Bildergeschichten als Zauberlehrling, dessen Geschöpfe sich zu verselbständigen drohen.

Klassischer Kitsch

Angekündigt wurde, unter dem Titel Kolibri, ein Kriminalspiel von Gerda Corbett und Michael Mansfeld, aber das war offenbar eine Falsifikation; denn in Wahrheit spielte man (Möglichkeit Nummer eins) Gerhart Hauptmanns „Vor Sonnenuntergang“, bearbeitet von Nathalie von Eschstruth, oder (Möglichkeit Nummer zwei) Friedrich Dürrenmatts „Frank V.

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