Von Wolfram Siebeck

Neulich nannte jemand den Betrag, den die Zeitschrift Jasmin für die Untersuchung über das sexuelle Verhalten der deutschen Frau ausgegeben hat. Die genaue Zahl habe ich vergessen; aber für meine Verhältnisse war es viel Geld, um das herauszufinden, was ich von meinem Verhältnis schon für einen Strauß Blumen oder ein besseres Abendessen erfahre.

Eine andere Ausgabe scheint auf den ersten Blick fast noch größer und unnötiger. Die vierzig „unsterblichen“ Mitglieder der Académie Française diskutierten zehn Stunden lang, um schließlich zu der Erkenntnis zu gelangen, daß bei einem mit Käse überbackenen Schinkensandwich der Käse oben, der Schinken unten liegen muß. Eine Binsenwahrheit.

Eine Binsenwahrheit? Man täusche sich nicht! Mag auch das Denkergebnis der Unsterblichen repräsentativ sein für den größten Teil der Sandwichüberbacker, ein befriedigendes Ergebnis ist es nicht. Eine von mir unternommene Befragung über das Verhalten der deutschen Frau beim Sandwichüberbacken (Kostenpunkt: ein besseres Abendessen) hat nämlich ergeben, daß die meisten Frauen den Schinken nur aus Gewohnheit unter den Käse legen, oder weil sie fürchten, bei einer Abweichung von der Norm aufzufallen. In Wirklichkeit sehnen sie sich nach Abwechslung.