Rückblick am Ende eines Semesters

Von Nina Grunenberg

Ein Semester geht diese Woche zu Ende, aber Urlaub von der Universität gibt es nicht. Immer wieder flackern in der Hochschullandschaft örtliche Krisen auf. Bei aller Ungereimtheit und Unvergleichbarkeit wirken diese Vorgänge wie Alarmsignale.

In München haben Studenten zweimal die Wahl eines Rektors verhindert, weil ihnen der Kandidat nicht paßte.

In Hamburg brachte ein Professor seine Vorlesung nur mit Mühe und Not über die Runden, und ein Hochschulpräsident scheiterte bei dem Versuch, die Studenten zur Einhaltung demokratischer Spielregeln zu bewegen.

In Heidelberg brach der Historiker Conze seine Vorlesung ab, die anderen Historiker folgten ihm in die Verweigerung.

In Bremen warfen Professoren die Redensart von der "sozialistischen Mathematik" in die Debatte – und schon war der nächste Bremer Universitätsskandal ausgebrochen.