Nach dem 23. Viermächtegespräch über Berlin am vergangenen Donnerstag hielt der Optimismus, in naher Zukunft zu einer befriedigenden Regelung zu kommen, weiter an. Obwohl das offizielle Gesprächsprotokoll lapidar wie üblich war, verlautete in Berlin, in weiteren bisher umstrittenen Punkten seien Fortschritte erzielt worden. So seien sich die Verhandlungspartner prinzipiell darüber einig, daß die Sowjetunion in Westberlin eine Handelsmission einrichten könne. Über die Frage der Einrichtung eines sowjetischen Generalkonsulats im Westen der Stadt sei dagegen noch keine Übereinstimmung erreicht worden.

Bundeskanzler Brandt, der am Wochenende mit der Berliner SPD-Führung konferierte, wertete bei seiner Ankunft in der geteilten Stadt den Verlauf der Gespräche ebenfalls positiv. Ziel der Verhandlungen sei weiterhin eine Bestätigung des Viermächtestatus für ganz Berlin und der besonderen Verantwortung der Westmächte für den westlichen Teil der Stadt. Außerdem müßten die Bindungen Westberlins an die Bundesrepublik erhalten bleiben.

Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Schütz, bezeichnete die umstrittene Frage der Einrichtung eines sowjetischen Konsulats in Westberlin als zweitrangig, solange die besondere Verantwortung der drei Westmächte gewährleistet sei. Dagegen betonten führende Oppositionspolitiker in Bonn, die Einrichtung eines solchen Konsulats sei für die Unionsparteien unannehmbar.

In Ostberlin hat die SED in der vergangenen Woche ihr Staatssekretariat für westdeutsche Fragen aufgelöst, das 1965 eingerichtet worden war.